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/ 05.06.2013
Mumia Abu-Jamal

Ich schreibe um zu leben. Zeugnisse eines zum Tode Verurteilten. Vorwort von Cornel West. Einleitung von Julia Wright

Bremen: Atlantik 1997; 210 S.; Ln., 36,- DM; ISBN 3-926529-20-2
Das zweite Buch des seit 1982 in den USA vermutlich unschuldig zum Tode verurteilten afroamerikanischen Journalisten bietet eine Sammlung von Kurztexten und Gedichten, in denen er seine Einstellung und Ansichten zu verschiedenen Themen (u. a. Todesstrafe, Rassismus, Religion, Gesellschaftssystem der USA) äußert. Es ist bewundernswert, mit welcher Energie und welchem Mut er trotz dieser langen Haftzeit schreibend um sein Leben kämpft. Diejenigen Teile des Buches, in denen er seine eigenen Erfahrungen weitergibt, sind dabei oft sehr eindrücklich. Wird der Autor jedoch allgemeiner, ist seine Sichtweise leider stellenweise ausgesprochen eindimensional. Lesebeispiele: "Der vom Staat geförderte Autor wird immer nur das schreiben, was die Leute hören wollen: das was erlaubt ist." (40) oder: "Objektivität im Journalismus ist eine Illusion, ein hohler Begriff, und dennoch glauben die Medienmacher an ihre Existenz." (138)
Silke Becker (Be)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.642.2632.232.1 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Mumia Abu-Jamal: Ich schreibe um zu leben. Bremen: 1997, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6601-ich-schreibe-um-zu-leben_8925, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 8925 Rezension drucken
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