/ 18.06.2013
Leoluca Orlando
Ich sollte der nächste sein. Zivilcourage - die Chance gegen Korruption und Terror. Deutsch von Hans Link
Freiburg i. Br./Basel/Wien: Herder 2002; 238 S.; geb., 19,90 €; ISBN 3-451-27985-1Orlando war zwischen 1985 und 2000 Bürgermeister von Palermo. In dieser Funktion führte er gegen die sizilianische Mafia einen politischen Kampf, der aus heutiger Sicht als erfolgreich bewertet werden kann: Von durchschnittlich 250 Morden im Jahr, die die Mafia in den Achtzigerjahren in Palermo verübte, sank diese Rate bis zum Jahr 2000 auf null. Orlando, der selbst lange auf der schwarzen Liste der Mafia stand und daher u. a. als "wandelnde Leiche" (12) bezeichnet wurde, beschreibt in seiner Autobiografie die Entwicklung Palermos während seiner Amtszeit und die Konsequenzen, die für jeden entstanden, der sich im Kampf gegen die Mafia engagierte. Das Ziel Orlandos ist es hierbei, die Mittel zu "exportieren", mit denen die sizilianische "Krankheit" (236) speziell und Mafiastrukturen allgemein bekämpft werden können. Obwohl der Erzählstil des Autors nicht frei von Pathos ist, stellt das Buch eine aufschlussreiche und gut lesbare Lektüre dar, die einen interessanten Einblick in dieses Kapitel italienischer Geschichte gibt.
Kristina Eichhorst (KE)
Dr., Länderreferentin im Team Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Rubrizierung: 2.1 | 2.61 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Kristina Eichhorst, Rezension zu: Leoluca Orlando: Ich sollte der nächste sein. Freiburg i. Br./Basel/Wien: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17561-ich-sollte-der-naechste-sein_20233, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 20233
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Dr., Länderreferentin im Team Asien der Konrad-Adenauer-Stiftung.
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