/ 21.06.2013
Efraim Karsh
Imperialismus im Namen Allahs. Von Muhammad bis Osama Bin Laden. Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn
München: Deutsche Verlags-Anstalt 2007; 400 S.; geb., 24,95 €; ISBN 978-3-421-04237-8Karshs Überblicksdarstellung der Geschichte der islamischen Welt wird von dessen Grundannahme bestimmt, dass die Welle islamistischer terroristischer Gewalt gegen westliche Interessen nicht von einer grundsätzlichen Ablehnung westlicher Außenpolitik bestimmt wird, sondern von der muslimischen Idee eines islamischen Imperiums. In diesem Sinne hält es der am King’s College der London University lehrende israelische Historiker für möglich, eine direkte Beziehung zwischen den Aussagen Osama Bin Ladens und dem letzten islamischen Propheten Muhammad zu ziehen. Seine Darstellung reicht dabei von der ursprünglichen Verbreitung des Islams unter Muhammad, dem Aufstieg und Fall verschiedener islamischer Dynastien, den christlichen Kreuzzügen bis schließlich zur Phase der verstärkten europäischen Einflussnahme in der Region. Die innerislamischen Probleme seien keineswegs durch europäischen Kolonialismus oder Imperialismus bestimmt, schreibt Karsh, sondern regionsinterne Entwicklungshindernisse. Dass seiner Darstellung nicht zuletzt auch eine politische Zielsetzung zugrunde liegt, macht Karsh in seinem Epilog deutlich, indem er ausdrücklich vor allem davor warnt, was er als europäische Leichtfertigkeit im Umgang mit den nun auch im Inneren westlicher Gesellschaften vorgetragenen Imperialismusbestrebungen islamischer Prägung betrachtet.
Lars Berger (LB)
Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
Rubrizierung: 4.1 | 4.41 | 2.23 | 2.25
Empfohlene Zitierweise: Lars Berger, Rezension zu: Efraim Karsh: Imperialismus im Namen Allahs. München: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27395-imperialismus-im-namen-allahs_32097, veröffentlicht am 16.08.2007.
Buch-Nr.: 32097
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Dr., Lecturer in Middle Eastern Politics and History, University of Salford.
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