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/ 19.06.2013
Odo Marquard

Individuum und Gewaltenteilung. Philosophische Studien

Stuttgart: Philipp Reclam jun. 2004 (Universal-Bibliothek 18306); 172 S.; 4,80 €; ISBN 3-15-018306-5
Das neueste Buch mit Aufsätzen und Reden Marquards erscheint wiederum in Form eines schmalen Reclam-Bändchens. Neben zahlreichen Texten mit biografischem oder stark einführendem Charakter enthält es u. a. Aufsätze zur Skepsis, zur Musik, zu Hans Leisegang und zu Fichtes Wissenschaftslehre. Im nonchalanten Plauderton plädiert Marquard in nahezu allen Beiträgen für Mut zur Bürgerlichkeit, um die notwenige Pluralität menschlicher Lebensweisen zu kompensieren, aber auch gestalten zu können. Seine „skeptische Philosophie der menschlichen Endlichkeit“ (16) dient ihm dabei gleichsam als Schutzschild gegen die Verführung durch einfache, und das heißt bei Marquard in der Konsequenz: totalitäre Wahrheiten. Eine seiner wichtigsten Thesen lautet dabei, dass die Pluralität legitimer Wirklichkeiten (Marquard nennt sie Gewaltenteilung) Voraussetzung für die Entstehung von Individualität ist. Aus dem Inhalt: Das Über-Wir. Bemerkungen zur Diskursethik (38-67); Sola divisione individuum. Betrachtungen über Individuum und Gewaltenteilung (68-90); Einheitswissenschaft oder Wissenschaftspluralismus? (124-137).
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.425.2 Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Odo Marquard: Individuum und Gewaltenteilung. Stuttgart: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20853-individuum-und-gewaltenteilung_24317, veröffentlicht am 03.12.2007. Buch-Nr.: 24317 Rezension drucken
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