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/ 18.06.2013
Gerhard Schweizer

Islam und Abendland. Geschichte eines Dauerkonflikts

Stuttgart: Klett-Cotta 2003; 381 S.; 2., erw. und akt. Neuauflage; kart., 19,- €; ISBN 3-608-96008-2
Welches „geistige Rüstzeug für Toleranz und Intoleranz" (13) lässt sich in der Bibel und im Koran finden? Der Kulturwissenschaftler und Publizist Schweizer vergleicht - an einen breiten Leserkreis gerichtet - die grundlegenden Aussagen beider Bücher und fragt, wie sehr sie missdeutet und politisch missbraucht werden. Dabei wird deutlich, dass es weder „die Christen" noch „die Moslems" gibt. Selbst die Fundamentalisten könnten sich nicht auf eine Glaubensauslegung einigen - auch die Islamisten hätten keine „geschlossene religiöse Weltanschauung" (243) gebildet. Schweizer, der tolerant gegenüber den Moslems und verständnislos angesichts der Fremdenfeindlichkeit in Europa ist, befürchtet keinen Kampf der Kulturen, sondern diagnostiziert einen „Kampf innerhalb der Kulturen" (323): Die muslimischen Einwanderer würden das Gefüge eines europäischen Staates nicht stören. In den islamisch geprägten Staaten aber verliefen scharfe Frontlinien zwischen den Muslimen selbst und sorgten für bürgerkriegsähnliche Spannungen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 4.12.232.632.682.612.64 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Gerhard Schweizer: Islam und Abendland. Stuttgart: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19925-islam-und-abendland_23196, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23196 Rezension drucken
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