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/ 20.06.2013
Maurizio Bach

Jenseits des rationalen Handelns. Zur Soziologie Vilfredo Paretos

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2004; 354 S.; geb., 49,90 €; ISBN 3-531-14220-8
Der in der Politikwissenschaft mehrheitlich als Elitentheoretiker wahrgenommene Pareto wird in dieser Monografie als Handlungstheoretiker interpretiert. Der Passauer Soziologe Bach, der sich gegen eine politische oder systemtheoretische Lesart Paretos ausspricht, zeigt dessen Loslösung von der klassischen Nationalökonomie und seine Hinwendung zu einer Soziologie, die sich gleichermaßen gegen Positivismus und Marxismus ausdefiniert. In der Kritik des Autors steht vor allem die Rezeption, die in dem Gründungsvater der Soziologie ausschließlich einen Vertreter des Psychologismus und Sozialdarwinismus zu erkennen glaubt. Auch wenn er einräumen muss, dass Pareto mit seiner Begriffswahl, etwa wenn er von „Instinkten" spricht, dieser Entwicklung zum Teil Vorschub leistet, will Bach im Anschluss an Parsons zeigen, dass es ihm eher um die Begründung einer Handlungstheorie geht, die prärationale Sinnstrukturen zu erfassen versucht. Jene explizit soziologische Fragestellung, die der Autor kulturalistisch interpretiert, führt zur Selbständigkeit der Sozialtheorie und rechtfertigt Paretos Zugehörigkeit zur wissenssoziologischen Tradition von Durkheim bis Bourdieu.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.465.42 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Maurizio Bach: Jenseits des rationalen Handelns. Wiesbaden: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22386-jenseits-des-rationalen-handelns_25543, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25543 Rezension drucken
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