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/ 21.06.2013
Norbert Trippen

Joseph Kardinal Höffner (1906-1987) Band 1: Lebensweg und Wirken als christlicher Sozialwissenschaftler bis 1962

Paderborn u. a.: Ferdinand Schöningh 2009 (Veröffentlichungen der Kommission für Zeitgeschichte. Reihe B: Forschungen 115); 351 S.; 34,90 €; ISBN 978-3-506-76700-4
Kardinal Höffner ist manchen Zeitgenossen möglicherweise noch als Erzbischof von Köln und als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz in Erinnerung. Dass er auch als christlicher Sozialwissenschaftler Bedeutung erlangte, dürfte nur wenigen bekannt sein. Trippen, ebenfalls katholischer Geistlicher und Mitglied der Kommission für Zeitgeschichte e. V. (ein Zusammenschluss von katholischen Persönlichkeiten aus Wissenschaft, kirchlichem und öffentlichem Leben zur Erforschung der Geschichte des deutschen Katholizismus), zeichnet in diesem ersten Band des zweibändigen Werkes nicht nur das Leben Höffners nach, sondern auch sein Engagement für den Sozialkatholizismus und die Sozialgesetzgebung. Dabei konzentriert sich der Autor auf das Wirken Höffners bis 1962. Nach dem Theologiestudium und ersten Erfahrungen als Seelsorger studierte Höffner Staats- und Wirtschaftswissenschaften und promovierte 1939 bei Walter Eucken zum Dr. rer. pol. Ab 1949 zählte Höffner zu den entscheidenden Personen im „Bund Katholischer Unternehmer“; er wurde Leiter des Sozialreferats des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken und gefragter Ratgeber für Bischöfe, Politiker, Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften. In drei Bundesministerien (Arbeit, Familie, Wohnungsbau) gehörte Höffner ab 1953 den „Wissenschaftlichen Beiräten“ an. Adenauer bestellte ihn 1955 zu einem der Gutachter, die die „Rothenfelser Denkschrift“ zur Reform der Sozialleistungen erstellten. Auch zum „Schreiber-Plan“, der Grundlage für die Rentenreform von 1957, hat Höffner entscheidend beigetragen. Durch seine „Christliche Gesellschaftslehre“ von 1962, die er in seiner Zeit als Professor für Christliche Sozialwissenschaften in Münster (1951-1962) verfasste, erlangte er einen hohen Bekanntheitsgrad – weltweit. Dieses für Studenten konzipierte Handbuch wurde in viele Sprachen übersetzt und ist auch in Regionen abseits des christlichen Kulturkreises „zum Übermittler christlich-sozialen Gedankengutes wie auch der christlichen Sicht von Mensch und Gesellschaft geworden“ (328).
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.32.352.3422.343 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Norbert Trippen: Joseph Kardinal Höffner (1906-1987) Paderborn u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/30398-joseph-kardinal-hoeffner-1906-1987_36085, veröffentlicht am 30.09.2009. Buch-Nr.: 36085 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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