/ 20.06.2013
Volker Heins / Jens Warburg
Kampf der Zivilisten. Militär und Gesellschaft im Wandel
Bielefeld: transcript 2004 (xtexte); 162 S.; kart., 16,80 €; ISBN 3-89942-245-7In dieser Einführung in die sozialwissenschaftliche Militärforschung beschreiben die Autoren den Bedeutungs- und Funktionswandel militärischer Institutionen und Praktiken in modernen westlichen Gesellschaften. Insgesamt konstatieren sie eine Marginalisierung militärischer Werte und des Militärs selbst. Von einer sozialen Militarisierung der westlichen Gesellschaften, bei der „das Denken und Fühlen von Zivilisten an den Erfordernissen des Kriegs ausgerichtet" (122) wird, könne nicht mehr gesprochen werden. Dennoch seien diese Gesellschaften friedlich und kriegerisch zugleich, da sie weltweit geführte Kriege auch ohne eine soziale Militarisierung führen könnten. Zu den neueren Entwicklungen dieser Kriegsführung zählen die Autoren u. a. die Entstaatlichung von Gewalt und die Verpolizeilichung des Militäreinsatzes. Sie sprechen dabei - insbesondere mit Blick auf die USA - von einer „Militarisierung der Außenpolitik" (126). Zu den politischen Bedingungen dieser Kriege gehöre, dass die Streitkräfte nicht nur Feinde besiegen, sondern auch Zivilisten für sich gewinnen wollen.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.2 | 2.21 | 4.2
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Volker Heins / Jens Warburg: Kampf der Zivilisten. Bielefeld: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22183-kampf-der-zivilisten_25297, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25297
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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