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/ 17.06.2013
Marcus Howe

Karl Polak. Parteijurist unter Ulbricht

Frankfurt a. M.: Vittorio Klostermann 2002 (IUS COMMUNE, Sonderhefte 149); XII, 332 S.; geb., 59,- €; ISBN 3-465-03183-0
Diss. FU Berlin; Gutachter: U. Wesel. - Polak (1905-1963) zählte zu den einflussreichsten Juristen der DDR. Als rechtspolitischer Berater von Ulbricht war er maßgeblich an der Formulierung der ersten Verfassung der DDR beteiligt. Ulbricht proklamierte seine Rechtskonzeption, die auf der Polaks basierte, auf der Babelsberger Konferenz von 1958 und setzte sie im Anschluss durch. Der überzeugte Kommunist Polak sprach sich entschieden gegen die Gewaltenteilung aus und vertrat zudem die Auffassung, Recht und Justiz seien der Partei stets unterzuordnen. Die außerordentlich materialreiche Arbeit zeichnet detailliert das Leben des in jungen Jahren eher unpolitischen jüdischen Juristen nach, der 1933 unter größter Geheimhaltung in die Sowjetunion emigrierte, 1946 wieder nach Deutschland zurückkehrte und bis zu seinem Tod sein Leben in den Dienst der SED stellte. Inhaltsübersicht: I. 1905-1946. Jugend und Emigration; II. 1946-1948. Aufbau und Leitung der Abteilung Justiz; III. 1946-1946. Die erste Verfassung der DDR; IV. 1947-1951. Als Professor in Leipzig; V. 1952-1956. Stalinisierung im Zeichen des Kalten Krieges; VI. 1956-1958. Staatsreformen im Umfeld der III. Parteikonferenz; VII. 1958-1960. Die Babelsberger Konferenz und ihre Folgen; VIII. 1960-1963. Mitglied des Staatsrates; IX. 1963-heute. Polaks Tod und der weitere Umgang mit seinem Werk.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.314 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Marcus Howe: Karl Polak. Parteijurist unter Ulbricht Frankfurt a. M.: 2002, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/16870-karl-polak-parteijurist-unter-ulbricht_19381, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19381 Rezension drucken
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