/ 05.06.2013
Christoph Görg / Roland Roth (Hrsg.)
Kein Staat zu machen. Zur Kritik der Sozialwissenschaften
Münster: Westfälisches Dampfboot 1998; 504 S.; 58,- DM; ISBN 3-89691-444-8Der Titel des Bandes könnte auch auf ein neoliberales Vorhaben hindeuten, aber schon die Namen der Autoren, zu einem guten Teil Frankfurter Sozialwissenschaftler, machen deutlich, daß es hier um etwas anderes geht; nämlich um "die gesellschaftliche und politische Relevanz der Sozialwissenschaften" (7). Anlaß des Bandes war eine Tagung vom Mai 1998 in Frankfurt am Main zum 60. Geburtstag von Joachim Hirsch; die Herausgeber fungieren im Auftrag des Sozialistischen Büros.
Inhalt: Christoph Görg / Roland Roth: Kein Staat zu machen - zur Kritik der Sozialwissenschaften (7-12). 1. Staatstheorie und Staatskritik: John Holloway: Kritik und Sozialwissenschaften (14-19); Leo Panitch: Die Verarmung der Staatstheorie (20-37); Josef Esser: Konzeption und Kritik des kooperativen Staates (38-48); Alex Demirovic: Staatlichkeit und Wissen (49-70); Bob Jessop: Die Erfahrung mit New Labour - Eine Politik für den Postfordismus? (71-94); Roland Roth: Postfordistische Politik (95-118); Roger Keil: Globalisierung - Macht - Staat (119-138). 2. Die Linke an den Hochschulen: Barbara Epstein: Warum die Linke in den USA in der Krise ist (140-162); Joachim Hirsch: Was tun mit der Universität? (163-184); Frieder Dittmar: Studium des Neoliberalismus (185-195); John Kannankulam / Christian Sälzer: Über so Verworrenes wie Hochschule, Krise und Streik (196-212); Thomas Kunz / Gottfried Oy: Hochschule: (k)ein Radikales Reformhaus (213-225); Egon Becker: Sozialwissenschaften: Grundwissen für die Lehrerausbildung? (226-246); Margit Rodrian-Pfennig: Substanzlose Theorie-undurchsichtige Praxis: Über die Misere der LehrerInnenausbildung (247-270). 3. Kritische Theorie: Wolf-Dieter Narr: Kontur einer kritischen Sozialwissenschaft (272-290); Heinz Steinert: Über die organisierte Verhinderung von Wissen über Gesellschaft (291-312); Henrik Kaare Nielsen: Für die Rehabilitierung der Flaschenpost! (313-323); Jürgen Ritsert: Realabstraktion (324-348); Hans-Georg Backhaus: Über die Notwendigkeit einer Ent-Popularisierung des Marxschen "Kapitals" (349-371); Helmut Reichelt: Geldmedium und Rechtsform als Konstrukte (372-392); Rudolf Walther: Ausverkauf (393-402). 4. Praxisverhältnisse: Holm-Detlev Köhler: Der Betrieb, die Sozialwissenschaft und die deutsche Linke (404-426); Margit Mayer: Kritische Stadtforschung (427-445); Timm Kunstreich: Die "Kunst, nicht dermaßen regiert zu werden" (446-454); Walter Prigge: Zwischen Bewahren und Zerstören, Lokalität und Globalität (455-461); Ulrich Brand: Die demokratische Frage, gestellt "aus den Bergen im mexikanischen Südosten" (462-483); Thomas Gebauer: Die NGOs und die Perspektiven internationaler Solidarität (484-502).
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.2 | 5.41 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Christoph Görg / Roland Roth (Hrsg.): Kein Staat zu machen. Münster: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6713-kein-staat-zu-machen_9046, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 9046
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Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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