/ 21.06.2013
David Ensikat
Kleines Land, große Mauer. Die DDR für alle, die (nicht) dabei waren
München/Zürich: Piper 2007; 207 S.; geb., 16,90 €; ISBN 978-3-492-04976-4„Tatsächlich waren in der DDR die Arbeiter und Angestellten so frei wie in keinem kapitalistischen Land. Dort konnten sie in aller Regel sagen, was ihnen nicht behagte, sie konnten sich beschweren. Angst um den Job mussten sie nicht haben.“ (171) Klingt ganz toll. Einerseits. Andererseits: „Die Ostdeutschen mussten nie lernen, sich zu entscheiden, sie waren eingeschüchtert und verhuscht.“ (169) Der Journalist Eniskat hat seine Kindheit und Jugend in der DDR verbracht, rechtzeitig zum Eintritt ins Erwachsenenalter fiel die Mauer. Nun hat er eine Einführung in die DDR geschrieben, die zwar leichtfüßig daher kommt, aber trotzdem nichts verniedlicht. In kurzen Kapiteln und klar formuliert bringt er Widersprüche wie die zwischen dem sicheren Arbeitsplatz und der politischen Unfreiheit auf den Punkt. Die achtziger Jahre beschreibt er als „eine Trübetassenzeit“ (173) und lässt keinen Zweifel daran, dass die Wende keinen Moment zu früh kam. Das Buch ist vor allem für junge Leser als Einstieg in das Thema geeignet.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.314
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: David Ensikat: Kleines Land, große Mauer. München/Zürich: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/27491-kleines-land-grosse-mauer_32243, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 32243
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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