/ 20.06.2013
Ulrich Enderwitz
Konsum, Terror und Gesellschaftskritik. Eine Tour d'horizon
Münster: Unrast 2005; 124 S.; brosch., 11,- €; ISBN 3-89771-437-XIm Vergleich zum 19. Jahrhundert ist die Produktivität der Wirtschaft erheblich gestiegen. Dadurch sei eine Überproduktion an Waren entstanden, die kaum noch abgesetzt werden könne, meint Enderwitz. Trotz der im Vergleich deutlich höheren Einkommen und des folglich höheren Konsumniveaus auch der unteren gesellschaftlichen Schichten sei inzwischen eine allgemeine Sättigung der Märkte zu konstatieren, die es dem Kapital unmöglich mache, den in den Waren gebundenen Wert durch Verkäufe zu realisieren. Zur Ablenkung von der damit verbundenen ökonomischen Krise („Verschiebungsleistung“) sei der Kampf gegen den Terrorismus ausgerufen worden. Dabei würde eine Parallele zwischen nationalsozialistischem Faschismus und arabischem Terrorismus behauptet, wohingegen die Analyse der wahren Ursachen dieser Terrorakte nicht oder nur kaum erfolge. Wie dies seiner Meinung nach im Detail zusammenhängt, entwickelt der Autor in knapper Form. Allerdings wird die Lektüre durch kaum verständliche Schachtelsätze erschwert.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.23 | 2.35 | 5.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Ulrich Enderwitz: Konsum, Terror und Gesellschaftskritik. Münster: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23685-konsum-terror-und-gesellschaftskritik_27209, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 27209
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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