Skip to main content
/ 20.06.2013
Jean Clam

Kontingenz, Paradox, Nur-Vollzug. Grundprobleme einer Theorie der Gesellschaft

Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft mbH 2004; 333 S.; brosch., 19,90 €; ISBN 3-89669-702-1
Drei systemtheoretische Schlüsselbegriffe stellt Clam in den Mittelpunkt seines Aufsatzbandes über Luhmanns Denken. Die Texte wurden mehrheitlich zwischen 2000 und 2003 erstveröffentlicht. Dem Begriff der Kontingenz sind zwei Texte gewidmet, davon einer zur Luhmann-Lektüre aus der Perspektive Jacques Lacans. Mit der „Grundparadoxie des Rechts und ihrer Ausfaltung“ (104) beschäftigt sich Clam in drei Beiträgen, wovon einer „Die Rückgabe des zwölften Kamels“, einen erst posthum veröffentlichten Luhmann-Text, interpretiert. Ein zweiter leitet anhand der Autopoiesis des Rechts allgemein in die Systemtheorie ein und der dritte diskutiert schließlich Anschlüsse zwischen Luhmann und der Dekonstruktion. Im dritten Hauptstück untersucht der Autor den Begriff der „Operation“, den er als Nur-Vollzug versteht. Im zweiten Text dieses Abschnitts steht allerdings der Kopplungsbegriff im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet ein Aufsatz über das generelle Selbstverständnis einer post-ontologischen Theorie wie der Luhmann'schen. Clams philosophisch geschulte Luhmann-Rezeption präsentiert sich auf einem ebenso hohen begrifflichen wie reflexionstheoretischen Niveau. Die Konsequenz, mit der er Luhmanns Paradoxologie für und mit der zeitgenössischen philosophischen Debatte, insbesondere des Poststrukturalismus, erschließt, stellt den Wert dieses Buches dar, das so betrachtet ganz in die gegenwärtige Luhmann-Rezeption passt.
Stefan Militzer (SM)
Dr., Publizist, Frankfurt a. M.
Rubrizierung: 5.425.2 Empfohlene Zitierweise: Stefan Militzer, Rezension zu: Jean Clam: Kontingenz, Paradox, Nur-Vollzug. Konstanz: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22343-kontingenz-paradox-nur-vollzug_25485, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 25485 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA