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/ 11.06.2013
Heinz Eidam / Frank Hermenau / Dirk Stederoth (Hrsg.)

Kritik und Praxis. Zur Problematik menschlicher Emanzipation. Wolfdietrich Schmied-Kowarzik zum 60. Geburtstag

Lüneburg: zu Klampen Verlag 1999; 474 S.; pb., 58,- DM; ISBN 3-924245-78-9
Die Festschrift entstand mit Unterstützung des Fachbereiches Erziehungswissenschaften/Humanwissenschaften der Universität Gesamthochschule Kassel und der Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Philosophische Grundlagenprobleme. Im Vorwort thematisieren die Herausgeber eine ihrer Meinung nach heute weit verbreitete falsche Auffassung über den Primat der Praxis, wie ihn etwa Kant in seiner Kritik der reinen Vernunft postulierte. Der gegenwärtigen Praxis lasten sie an, die Kritik nicht nur als sekundär aufzufassen, sondern vielmehr auf Kritik im kantischen Sinne nach Möglichkeit ganz verzichten zu wollen: "Globalisierung ist der neue Fetisch, um den die Welt zu tanzen hat, und seine Kritik öffentliches Tabu." (9) Der heutige Zeitgeist könne "auf Geist und insbesondere den der Kritik inzwischen gut verzichten", gefragt sei vielmehr eine "positive Einstellung" (10). Die in diesem Band versammelten Beiträge sollen ihren Teil zum Ausgleich dieses Missverhältnisses beitragen. Inhalt: Natur und Erkenntnis: Hans Heinz Holz: Das Licht in Schellings Naturphilosophie (15-23); Eberhard Braun: Der aufrichtige Jugendgedanke Schellings. Drei Zugänge zur Naturversöhnung (24-31); Friedrich Voßkühler: Natur denken (32-40); Carlos Cirne-Lima: A System Project. Dialectics and Nature (41-53); Hassan Givsan: Schellings "positive" Philosophie oder die Kunst einer Selbsttäuschung (54-68); Michael Benedikt: Atheismus und das Unvordenkliche (69-83); Rainer E. Zimmermann: Von Schelling zu Bloch. Positive Philosophie als Begründung des noch gar nicht geräumten Bauplatzes (84-95); Michael Hampe: Komplementarität und Konkordanz von Natur und Erkenntnis. Anmerkungen zu Schelling und Peirce (96-106); Kurt Walter Zeidler: Natur und Freiheit - mit Blick auf Cassirer und Heidegger (107-118); Eberhard Rüddenklau: Von der Idee des Malers, sich selbst ins Bild zu integrieren. Eine erkenntnistheoretische Metapher (119-132). Kultur und Geschichte: Friedrich W. Sixl: Goethe: Nicht-Philosoph aus Koketterie? (135-147); Muriel Maia-Flickinger: Ein Tag im Leben Schellings. Eine philosophische Collage (148-161); Justin Stagl: Künstler und ihre Auftraggeber. Mäzenatentum im 18. Jahrhundert (162-174); Norbert Rehrmann: Über "holde Ignoranz" und das "große Goldzeitalter". Heinrich Heine und das jüdisch-maurische Spanien (175-184); Erhard Oeser: Humboldts Idee der physischen Weltbeschreibung als heuristischer Plan zur naturwissenschaftlichen Erschließung der Äquinoktialgegenden Amerikas (185-194); Rodrigo Duarte: Ästhetische Erfahrung als Modell des "Eingedenkens der Natur im Subjekt" (195-205); Christoph Türcke: Nichts dahinter? Zur Dialektik des Erscheinungsbilds (206-211); Klaus Baum: Der gnadenlose Begriff. Glosse über den Philosophiebetrieb (212-223); Helmut Fleischer: Von den Welträtseln zu den Rätseln der Menschheitsgeschichte (224-235); Marek J. Siemek: Vom gesellschaftlichen Raum der Philosophie (236-246); Heinz Paetzold: Perspektiven einer kritischen Kulturphilosophie (247-256). Erziehung und Praxis: Werner Sesink: Das "Reich der Freiheit" ist das Reich der Bildung. Zur impliziten Bildungstheorie der Kritik der Politischen Ökonomie (259-271); Betty Oliveira: Pädagogik und menschliche Emanzipation (272-281); Hans-Georg Flickinger: Gesellschaft, Pädagogik, Umwelt (282-293); Gerhard Schweppenhäuser: Vom abstrakten Staatsbürger zum Gattungswesen. Menschenrecht, Toleranz und verschiedene Begründungen (294-308); Tom Rockmore: Nach dem Marxismus. Bemerkungen zu Liberalismus und Anerkennung (309-318); Hans-Ernst Schiller: Gentechnologie und Menschenwürde. Zur moralischen Relevanz der Möglichkeit (319-330); Rolf Schwendter: Paradoxien der Gramsci-Rezeption (331-339); Helmut Fahrenbach: "Existentialismus und Marxismus". Ein frühes Projekt Herbert Marcuses (340-352); Joseph Bien: Merleau-Ponty on Freedom and Praxis (353-358); Jan Robert Bloch: Vom Sein zum Sollen - die Utopie zwischen ontischem Modus und ethischem Postulat (359-368). Ethik und Transzendenz: Joachim Israel: Gedanken über Moral und das Böse (371-375); Maciej Potepa: Das Gewissen bei Kant und Fichte (376-387); Gottfried Heinemann: Ist es gut für mich, gut zu sein? Ein Brief (388-397); Leonard H. Ehrlich: Die Transzendenz des Denkens (398-410); Eveline Goodman-Thau: Athen und Jerusalem im Bann der Geschichte. Zu Leo Schestow (411-423); Eberhard Gruber: "Gottes" Selbstbezeigung und Selbstbezeugung. Eine Problematisierung im Ausgang von Genesis I: 26-27 und XV: 17-18 (424-435); Yaacov Ben-Chanan: Die jüdische Erlösungshoffnung und ihre Wandlungen. Zu einigen Elementen jüdischer Religions- und Geschichtsphilosophie (436-449); Maria Schafstedde: Begegnung statt Konstitution. Zur Frage nach dem Anderen bei Jean-Paul Sartre und Emmanuel Levinas (450-457); Ulrich A. Müller: "inmitten der Abfälle der Arbeit". Versuche über das Loch der Ökonomie, die Utopie des Wunsches und das Werk der Kunst im Hinblick auf Levinas (458-470).
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.1 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Heinz Eidam / Frank Hermenau / Dirk Stederoth (Hrsg.): Kritik und Praxis. Lüneburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11469-kritik-und-praxis_13612, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13612 Rezension drucken
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