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/ 18.06.2013
Hans Zehetmair

Kultur bewegt. Kulturpolitik in Bayern

München: Olzog 2001; 199 S.; hc., 24,50 €; ISBN 3-7892-8081-X
Der bayerische Kultusminister gibt einen Überblick über die Geschichte der bayerischen Kulturpolitik und will im Hauptteil ihre Ansätze und Erfolge darstellen. Ob allerdings Leitlinien wie "die Wahrung christlich-humanistischer Werte, die Betonung bayerischer Eigenstaatlichkeit sowie die charakteristische Verbindung aus Traditionsverbundenheit und Weltoffenheit" (10) eher der Förderung oder der Einschränkung der Freiheit von Kunst und Kultur dienen, soll hier nicht entschieden werden. Bemerkenswert erscheint, dass man den Kampf gegen "sprachliche Einebnungen und Überfremdungen" aufnehmen will, auf dass das Bairische ("keine Banausen-Sprache, im Gegenteil") wieder zum "sprachlichen Ausdruck unserer Identität" werde, denn es "verknüpft den Sprecher mit seiner Herkunft und Heimat". Und das scheint bitter nötig, da die "vergleichsweise farblose hochdeutsche Ausgleichssprache", die der Rest der Republik leider, leider zu verwenden gezwungen ist und der "ein charakteristisches, liebenswertes Kolorit" (190) schlicht fehlt, wohl der Grund ist für die oft diagnostizierten Identitätsprobleme der Deutschen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3252.343 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Hans Zehetmair: Kultur bewegt. München: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/17256-kultur-bewegt_19852, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 19852 Rezension drucken
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