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/ 21.06.2013
Karl-Peter Sommermann / Stefan Huster / Martin Schulte / Matthias Ruffert / Reinhard Hendler / Ute Mager / Rainer J. Schweizer / Wolfgang Kahl

Kultur und Wissenschaft

Berlin: De Gruyter Recht 2006 (Veröffentlichungen der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer 65); 611 S.; geb., 128,- €; ISBN 978-3-89949-324-5
Die Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer fand im Jahre 2005 in Frankfurt a. M. statt. Wie bei diesen Tagungen üblich, werden zu den ausgewählten Themen jeweils zwei ausgewiesene Referenten als „Berichterstatter“ benannt, die ihre Vorträge – zum Teil von gegensätzlichen Positionen gekennzeichnet – am Ende mit „Leitsätzen“ in Thesenform pointiert zusammenfassen. Daran schließt sich die Diskussion mit dem Plenum an, die ebenfalls in den Jahresbänden in voller Länge abgedruckt werden. Gerade Letzteres ist politikwissenschaftlich mit Blick auf den Binnendiskurs innerhalb der Staatsrechtslehre von Interesse, da auch rechtspolitische und persönliche Standpunkte jenseits wissenschaftlicher Zurückhaltung immer wieder klar zum Ausdruck kommen und in der Diskussion bisweilen kontrovers ausgetragen werden. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um Begriff und Funktion von „Kultur“ in der pluralistischen Gesellschaft sowie der Veränderungen im Wissenschaftsbetrieb werden diesmal u. a. die folgenden staatsrechtlichen und staatstheoretischen Fragen diskutiert: 1. „Kultur im Verfassungsstaat“ (Sommermann/Huster) mit einer Problematisierung der juristischen Präzisierung und der kontroversen Einschätzung über Sinn und Zweck der verfassungsrechtlichen Normierung eines „Staatsziels Kultur“ in Art. 20 a bzw. durch einen etwa neu zu schaffenden Art. 20 b GG. 2. „Die Universität im Zeichen von Ökonomisierung und Internationalisierung“. In diesem Zusammenhang wird kritisiert, dass „der Bologna-Prozess eine faktische Kompetenzverlagerung von den Ländern auf den Bund und vom Parlament auf die Exekutive zur Folge“ habe (Mager, 315). Dabei enthalte das Konsekutivmodell von Bachelor und Master „keine geeigneten Ansatzpunkte“ für die juristischen Ausbildungen (Hendler, 272). Der letzte Beratungsgegenstand „Sprache als Kultur- und Rechtsgut“ (Schweizer/Kahl) zielt u. a. auf die Frage eines völker- und verfassungsrechtlich garantierten „Menschenrechts auf Sprache“ und die damit verbundenen rechtspolitischen Implikationen für „Staatssprachen“ in pluralistischen Gesellschaften (Deutschland und EU).
Robert Chr. van Ooyen (RVO)
Dr., ORR, Hochschullehrer für Staats- und Gesellschaftswissenschaften, Fachhochschule des Bundes Lübeck; Lehrbeauftragter am OSI der FU Berlin sowie am Masterstudiengang "Politik und Verfassung" der TU Dresden.
Rubrizierung: 2.322.3252.343 Empfohlene Zitierweise: Robert Chr. van Ooyen, Rezension zu: Karl-Peter Sommermann / Stefan Huster / Martin Schulte / Matthias Ruffert / Reinhard Hendler / Ute Mager / Rainer J. Schweizer / Wolfgang Kahl: Kultur und Wissenschaft Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26409-kultur-und-wissenschaft_30777, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30777 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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