/ 20.06.2013
Guido Houben
Kulturpolitik und Ethnizität. Staatliche Kunstförderung im Russland der neunziger Jahre
Stuttgart: ibidem-Verlag 2005 (Soviet and Post-Soviet Politics and Society 15); 269 S.; pb., 29,90 €; ISBN 978-3-89821-542-8„Dead – male – russian“ (226). So habe in den neunziger Jahren die Trias des Förderungswürdigen gelautet, schreibt Houben. Die Frage, ob kulturpolitische Entscheidungen der verschiedenen staatlichen Akteure auf föderaler Ebene unter dem Gesichtspunkt der ethnischen Voreingenommenheit gefällt wurden, ist damit allerdings nicht eindeutig beantwortet. Obwohl unter der Präsidentschaft von Boris Jelzin zwar „die sowjetische Fokussierung auf adaptierte westeuropäische Kunstformen fortgesetzt“ (224) worden sei, so der Autor, lasse sich eine systematische Diskriminierung der Ethnien nicht feststellen. Die veranschlagten Mittel seien vor allem dann unausgewogen verteilt worden, wenn die Vertreter der einzelnen Ethnien „schlicht in Moskau nicht zugegen waren oder im Ministerium keine Lobbyarbeit verrichten konnten“ (228). Die Untersuchung umfasst den Zeitraum bis zu den Präsidentschaftswahlen 1999 und lässt damit keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die gegenwärtige russische Kulturpolitik unter Präsident Putin zu.
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.62 | 2.263
Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Guido Houben: Kulturpolitik und Ethnizität. Stuttgart: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/25300-kulturpolitik-und-ethnizitaet_29307, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 29307
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