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/ 11.06.2013
Jonathan Petropoulos

Kunstraub und Sammelwahn. Kunst und Politik im Dritten Reich

Berlin: Propyläen Verlag 1999; 510 S.; geb., 58,- DM; ISBN 3-549-05594-3
Der amerikanische Historiker legt eine systematische Darstellung der Rolle der Kunst im nationalsozialistischen Status- und Machtgefüge vor. Er zeigt, daß Kunst den NS-Größen als Machtdemonstration und als ästhetischer Ausdruck ihrer eigenen, aber auch einer nationalen und rassistischen Superiorität diente. Eine zentrale These des Buches lautet, daß das Engagement fast der gesamten NS-Führungselite für die Kunst seinen Grund im Streben nach Hitlers Anerkennung hatte, die man auf diesem Bereich am ehesten zu gewinnen können glaubte. Das Ergebnis war eine hypertrophe Kulturbürokratie. Teil des Buches ist der Versuch einer Rekonstruktion der auf Raub und Enteignung basierenden Kunstsammlungen prominenter Nazigrößen. In diesem Zusammenhang konstatiert der Autor die quantitative und qualitative Einmaligkeit des NS-Kunstraubs in der Geschichte.
Kaspar Nürnberg (KN)
M. A., Historiker, Geschäftsführer des Vereins Aktives Museum, Berlin.
Rubrizierung: 2.312 Empfohlene Zitierweise: Kaspar Nürnberg, Rezension zu: Jonathan Petropoulos: Kunstraub und Sammelwahn. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/11003-kunstraub-und-sammelwahn_13007, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 13007 Rezension drucken
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