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/ 21.06.2013
Volker Wenzel

Kurs auf Chancengerechtigkeit. Eine lange verdrängte Idee wird lebendig

Frankfurt a. M.: R. G. Fischer Verlag 2006; 83 S.; pb., 9,80 €; ISBN 978-3-8301-0973-0
Ist eine gerechte Verteilung von Lebenschancen realisierbar? Ja, sagt der Mathematiker an der Akademie der Wissenschaften in Berlin Wenzel, jedoch müsse der Gedanke der Verantwortung füreinander verstärkt in den Vordergrund treten und im Staatswesen fest verankert werden. Angeregt durch eine Idee des britisch-amerikanischen Publizisten Thomas Paine (1737-1809) entwickelt der Autor ein Modell des Übergangs zu einem Gemeinwesen, in dem Freiheit und Gerechtigkeit nicht in Konflikt geraten. Er sieht einen Zusammenhang zwischen der Entstehung, Verwaltung und Vererbung von Vermögen und der Chancengerechtigkeit, weshalb er für diese Bereiche konkrete Vorschläge vorlegt. Die „Festlegung und die Erhebung von Vermögenssteuern sowie von Erbschafts- und Schenkungssteuern sollte zur Disposition gestellt werden“ und die genannten Kompetenzen in die Zuständigkeit einer zu bildenden „Kammer für Vermögen und Chancengerechtigkeit“ gelangen. Diese sollte einen Nationalen Fonds verwalten, „der aus Kompensationsleistungen für gesellschaftlich bedingte Vorteile beim Erwerb der bestehenden Vermögen bzw. deren Vererbung und Schenkung gespeist wird“ (67). Jeder Deutsche sollte zum Zeitpunkt der Volljährigkeit über einen Betrag von 50.000 € verfügen. Nur so lasse sich nach Wenzels Meinung der Wohlstand in gerechter Weise für alle gewährleisten.
Sabine Steppat (STE)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 5.42 Empfohlene Zitierweise: Sabine Steppat, Rezension zu: Volker Wenzel: Kurs auf Chancengerechtigkeit. Frankfurt a. M.: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26611-kurs-auf-chancengerechtigkeit_31022, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 31022 Rezension drucken
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