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/ 18.06.2013
Rudi Beckert

Lieber Genosse Max. Aufstieg und Fall des ersten Justizministers der DDR Max Fechner

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2003 (Schriftenreihe Justizforschung und Rechtssoziologie 5); 347 S.; kart., 42,- €; ISBN 3-8305-0149-8
Fechners Lebensweg (1892-1973) verlief ebenso ungewöhnlich wie widersprüchlich. Der gelernte Werkzeugmacher war als junger Mann zunächst politisch in der Berliner SPD sowie zwischendurch auch in der USPD aktiv; in den letzten Jahren vor der Machtergreifung der Nazis war er Abgeordneter der SPD im preußischen Landtag. Von den Nationalsozialisten wurde er politisch verfolgt und in verschiedenen Konzentrationslagern inhaftiert. An der Vereinigung von KPD und SPD zur SED nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war er maßgeblich beteiligt und stieg in der DDR bis zum Justizminister auf. 1953 wurde er wegen staatsfeindlicher Tätigkeiten verhaftet und zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, die er jedoch aufgrund einer Begnadigung nicht vollständig absitzen musste. Obwohl er kurz darauf rehabilitiert wurde, übte er bis zu seinem Tod keine hohen politischen Funktionen mehr aus. Die sehr detailreiche Arbeit zeichnet nicht nur die Biografie Fechners minutiös nach, sondern analysiert zudem exemplarisch den Umgang des SED-Regimes unter Ulbricht mit missliebigen Genossen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.3142.3 Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Rudi Beckert: Lieber Genosse Max. Berlin: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19256-lieber-genosse-max_22364, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 22364 Rezension drucken
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