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/ 18.06.2013
Dietmar Rothermund

Mahatma Gandhi

München: C. H. Beck 2003; 128 S.; 7,90 €; ISBN 3-406-48022-5
Mit zwei Zitaten Gandhis umreißt Rothermund eingangs dessen Leben und Wirken: „Die Wahrheit transzendiert die Geschichte" (7) und „Mein Leben ist meine Botschaft" (10). Rothermund, emeritierter Professor für die Geschichte Südasiens in Heidelberg, entwickelt entlang dieser (Selbst-)Deutungen Gandhis in Kurzform dessen Biografie und damit auch einen Teil der Geschichte Indiens und Südafrikas. Dort war Gandhi nach Abschluss seiner Ausbildung in London als erster farbiger Anwalt zugelassen. Nach seiner Rückkehr nach Indien wurde er, wie zuvor schon in Südafrika, politisch aktiv. Dabei zeigt sich, dass Gandhi kein Theoretiker war. Ihn als „Vater der Nation" (120) Indiens zu bezeichnen, sei nur ein inhaltsleeres Lippenbekenntnis der Politiker. Die entscheidenden Weichen für die weitere Entwicklung Indiens seien nicht von Gandhi, sondern von Nehru gestellt worden. Rothermund sieht das Erbe Gandhis denn auch nicht in dessen Problemlösungen, sondern in der Art, wie dieser „an die Dinge heranging" (120).
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.682.12.672.22 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Dietmar Rothermund: Mahatma Gandhi München: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19848-mahatma-gandhi_23102, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23102 Rezension drucken
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