/ 11.06.2013
Amitai Etzioni
Martin Buber und die kommunitarische Idee
Wien: Picus Verlag 1999 (Wiener Vorlesungen im Rathaus 72); 60 S.; geb., 14,80 DM; ISBN 3-85452-372-6Das Büchlein gibt einen Vortrag Etzionis aus dem Juli 1998 wieder. Darin beschäftigt er sich mit der Frage, inwiefern in Bubers Werk (vor allem anhand der Schriften "Ich und Du", "Elemente des Zwischenmenschlichen" und "Pfade in Utopia") zentrale Grundannahmen des Kommunitarismus vorwegnimmt. In der Tat kann Etzioni, der selbst bei Buber in Jerusalem studierte, auf eine Reihe unverkennbar kommunitaristischer Aussagen aus dessen Dialogphilosophie verweisen. Gleichwohl macht er auch auf Unterschiede aufmerksam, wenn er Buber als wenig systematischen Denker bezeichnet oder auf die mystischen Einflüsse in seinen Schriften hinweist. Zudem attestiert er Buber (zusammen mit den ersten Ausformungen des Kommunitarismus) eine gewisse Blindheit für das "Gleichgewicht zwischen sozialer Verantwortung und individuellen Rechten" (12). Dieses stehe im Zentrum der Bemühungen des neuen, responsiven Kommunitarismus, zu dessen Protagonisten wiederum Etzioni zählt.
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 5.43
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Amitai Etzioni: Martin Buber und die kommunitarische Idee Wien: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10092-martin-buber-und-die-kommunitarische-idee_11934, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 11934
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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