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/ 11.06.2013
Rainer Thiel

Marx und Moritz. Unbekannter Marx. Quer zum Ismus. 1945-2015

Berlin: trafo verlag dr. wolfgang weist 1999; 171 S.; 2., durchges. Aufl.; 32,80 DM; ISBN 3-89626-153-3
Bücher, die aus marxistischer Sicht das angeblich falsche Marx-Verständnis in der DDR beklagen und dann das richtige Verständnis von Marx zur Lösung der Gegenwartsprobleme anbieten, gibt es inzwischen eine ganze Menge, und hier kommt ein weiteres aus dieser Reihe. "Dogmen überwindend hat Thiel neue Sicht auf das Verhältnis von Kreativität und Widerspruchsdialektik eröffnet" (171), heißt es im biographischen Abriss. Marx-Exegese steht neben Medienkritik, zahlreiche, überwiegend ungedruckte Leserbriefe des Autors neben Reminiszenzen und Erinnerungen an allerlei mit Marx und um Marx herum. System hat das nicht, will es offenbar auch gar nicht haben, oder doch nur im Hinterkopf, wie der Umschlagtext verspricht. Der Autor hatte vor der Wende Probleme mit seinen SED-Genossen, an die sich nahtlos nach der Wende Probleme mit der PDS anschlossen. Das Neue Deutschland lehnte allerlei Publikationsangebote Thiels ab. In diesem Band kann man nachprüfen, was den Lesern der Zeitung damit entging.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.432.3145.33 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Rainer Thiel: Marx und Moritz. Berlin: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9781-marx-und-moritz_11531, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11531 Rezension drucken
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