/ 21.06.2013
Johannes Rohbeck
Marx
Leipzig: Reclam Verlag 2006 (Grundwissen Philosophie); 137 S.; 9,90 €; ISBN 978-3-379-20308-1Das Ziel der einnehmenden und mit Sympathie verfassten Einleitung ist es, einen Überblick über das Gesamtwerk von Marx zu geben, ohne sich nur auf einzelne Aspekte (Früh- oder Spätwerk) zu konzentrieren. In sechs kurzen Kapiteln stellt der Autor wesentliche Theoreme vor, wobei er mit seiner undogmatischen Lesart der verbreiteten Ansicht widerspricht, Marx' Anliegen ließe sich auf einen geschichtsdeterministischen Ökonomismus reduzieren. Rohbecks zentrale These lautet, dass das seit einigen Jahren wieder erweckte Interesse an Marx unmittelbar mit dem Ende des diskreditierenden Staatssozialismus in Zusammenhang steht. Während sich in der öffentlichen Debatte um die Globalisierung Verteidiger der marktwirtschaftlichen Ordnung und normative Moralisten gegenüberstehen, gewinnt die Kritik der politischen Ökonomie erneut an Aktualität. Wenn der Autor auch die Vorstellung zurückweist, die Aktualität von Marx liege im Utopischen und auf der analytischen Schärfe, so folgt er dieser Prämisse selbst nur bedingt. Hierzu hätte Rohbeck nicht nur die philosophischen Implikationen einer Kritik der politischen Ökonomie, sondern eine aktuelle Analytik des Ökonomischen und Politischen aus materialistischer Perspektive veranschaulichen müssen.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Johannes Rohbeck: Marx Leipzig: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26890-marx_31379, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 31379
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Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
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