/ 17.06.2013
Thomas Ruzicka / Michal Andel / Martin Bojar / Detlef Brandes / Alfons Labisch (Hrsg.)
Mensch und Medizin in totalitären und demokratischen Gesellschaften. Beiträge zu einer tschechisch-deutschen Tagung der Universitäten Prag und Düsseldorf
Essen: Klartext 2001 (Veröffentlichungen zur Kultur und Geschichte im östlichen Europa 21); 178 S.; brosch., 19,89 €; ISBN 3-89861-007-1Mit der genannten Tagung, die im Oktober 1999 in Düsseldorf stattfand, wurde die 1998 geschlossene Partnerschaft der beiden Universitäten feierlich begangen. Neben der Analyse der Wechselwirkungen zwischen Medizin und totalitären Systemen ging es auch um das "politische Ziel, die schrecklichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts in positiver Weise zu bearbeiten" (9). Die Beiträge stammen von Medizinern und Historikern.
Inhalt: Gert Kaiser: Die gelebte Partnerschaft der Karls-Universität Prag und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (9-10). Mensch und Medizin im Spannungsfeld von Politik, Ideologie und Wissenschaften: Thomas Ruzicka: Die Rolle der Medizin in totalitären Systemen. Eine Einführung (15-32); Detlef Brandes: Herrschaftssysteme und tschechische Gesellschaft 1938-1989 (33-41); Michal Andel / Pavel Kraml / Pavel Cech: Die Deutsche und die Tschechische Medizinische Fakultät in Prag zwischen den Weltkriegen (43-49). Aspekte der Medizin im Nationalsozialismus: Alfons Labisch: Herrschaftssystem und Medizin - Weimarer Republik und 'Drittes Reich' als Fallstudien (51-60); Daniela Angetter / Karl Holubar: Die Medizin in Österreich zwischen 1938 und 1945 illustriert am Beispiel der Anatomie und der Dermatologie an der Universität Wien (61-69); Petr Svobodny: Die Medizin im Protektorat Böhmen und Mähren (71-82); Alena Mískova: Die Prager Rassenforschungspläne bei Kriegsende (83-91); Paul Weindling: The Selection of the Defendants and Witnesses at the Nuremberg Medical Trial (93-100). Aspekte der Medizin in den kommunistisch regierten Ländern: Dietmar Neutatz: Stalinismus in der Tschechoslowakei? (101-110); Peter Arenberger: Der Umgang mit Geschlechtskrankheiten und Prostituierten in der kommunistischen Tschechoslowakei (111-117); Jiri Tichy: Erfahrungen mit Lehre und Studium an der Medizinischen Fakultät in Prag von 1948 bis 1989 (119-123). Neuanfang oder Rekonstruktion? Mensch und Medizin in den demokratischen Gesellschaften des Westens (nach 1945) und des Ostens (nach 1989). Auftrag, Wirklichkeit und Perspektiven: Wolfgang Woelk: Der Weg der Medizin vom Ende des Nationalsozialismus in die Medizin der Deutschen Demokratischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland (125-136); Silke Fehlemann: Die Standespolitik der Ärzteschaft in Westdeutschland - Ein Neubeginn? Das Beispiel des Kassenarztrechts (137-145); Jan Payne: Patientenrechte in kommunistischen und demokratischen Gesellschaften: ihr transzendentaler Hintergrund und Grund (147-152); Jan Libiger: Psychiatrie und Gesellschaft: der geistig kranke Mensch im Kommunismus und in der Demokratie (153-159); Martin Bojar: Ziele der Medizin, Wechsel der Ziele medizinischer Hochschulen: Erfahrungen in totalitären Staaten und neu entstandenen Demokratien (161-170).
Anke Rösener (AR)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.25 | 2.312 | 2.62 | 2.37 | 2.313 | 2.314 | 2.311
Empfohlene Zitierweise: Anke Rösener, Rezension zu: Thomas Ruzicka / Michal Andel / Martin Bojar / Detlef Brandes / Alfons Labisch (Hrsg.): Mensch und Medizin in totalitären und demokratischen Gesellschaften. Essen: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/15901-mensch-und-medizin-in-totalitaeren-und-demokratischen-gesellschaften_18175, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 18175
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Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
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