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/ 18.06.2013
Mario A. Cattaneo

Menschenwürde und ewiger Friede. Kants Kritik der Politik. Aus dem Italienischen von Thomas Vormbaum

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2004 (Juristische Zeitgeschichte: Kleine Reihe 11); XII, 82 S.; geb., 24,- €; ISBN 3-8305-0584-1
Der Band soll den metaphysischen und transzendentalen Charakter von Kants Werk herausstellen. Gleichzeitig soll er ihn auf „allgemeinphilosophischer Ebene" gegen philosophische Ansätze ins Feld führen, die, nur im Irdischen und Empirischen zu Hause, „das Risiko eingehen, dem Nihilismus ein Tor zu öffnen und die Philosophie aufzuheben" (78). Mit seiner Rechtslehre biete Kant „das Instrumentarium zur Verteidigung der Menschenrechte im alltäglichen Leben" (79). Für ihn habe Politik nur insoweit eine berechtigte Funktion, als ihr vom Naturrecht klare Grenzen gezogen würden. Das Naturrecht wiederum sei letztlich in der Moral begründet. Cattaneo grenzt sich damit explizit von einem Verständnis ab, das die Rechtsphilosophie lediglich an der juristischen Fakultät beheimatet sieht. In den Elementen Menschenwürde, Rechtsmetaphysik, Rechtsstaat, Weltbürgertum und ewiger Friede habe Kant seine Rechtsphilosophie aber „auch dazu entwickelt", so Cattaneos zentrale These, „Politik, soweit sie in letzter Konsequenz Ausdrucksform von Interessen und willkürlichen Wünschen der Machtinhaber ist, also: Politik als Form des Nihilismus klar und deutlich der Ethik und den Menschenrechten unterzuordnen" (XII).
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Mario A. Cattaneo: Menschenwürde und ewiger Friede. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/20365-menschenwuerde-und-ewiger-friede_23733, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 23733 Rezension drucken
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