/ 20.06.2013
Matthias Bohlender
Metamorphosen des liberalen Regierungsdenkens. Politische Ökonomie, Polizei und Pauperismus
Weilerswist: Velbrück Wissenschaft 2007; 415 S.; brosch., 39,90 €; ISBN 978-3-938808-36-8Politikwiss. Habilitationsschrift HU Berlin. – Wie ist der Aufstieg des Liberalismus in Großbritannien seit dem 18. Jahrhundert zu verstehen? Der Autor, Dozent mit dem Schwerpunkt politische Ideengeschichte am Institut für Sozialwissenschaften der HU Berlin, betrachtet den Liberalismus nicht in erster Linie als politische Theorie, sondern als spezifisches Regierungskonzept samt seiner Grundlagen, Techniken und Auswirkungen. Er gliedert das Buch in drei Teile: Im ersten geht es um die „Geburt“ der Politischen Ökonomie: Deutlich wird hier die Rolle der freien Lohnarbeit als Grundvoraussetzung und zugleich Ziel britischen Regierungshandelns. Im zweiten Teil wird dann unter dem durchaus provokanten Titel „Wie man die Armen regiert“ deutlich, wie die immer stärker das Selbstverständnis und das Handeln von Regierungen prägende Politische Ökonomie auch zu einer Ökonomie des Regierens führte – ganz im Sinne jener im Titel angesprochenen Metamorphosen. Im dritten Teil, der sich mit der liberalen Gouvernementalisierung des Staates befasst, wird sodann untersucht, in welchen Techniken und Programmen der Siegeszug des liberalen Regierungsdenkens schließlich seinen Ausdruck fand, etwa im Armen- und Gesundheitsrecht, im Fabrik- oder im Polizeiwesen.
Carsten Michael Nickel (CMN)
B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
Rubrizierung: 2.61 | 2.2 | 2.22 | 5.33
Empfohlene Zitierweise: Carsten Michael Nickel, Rezension zu: Matthias Bohlender: Metamorphosen des liberalen Regierungsdenkens. Weilerswist: 2007, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21857-metamorphosen-des-liberalen-regierungsdenkens_33126, veröffentlicht am 07.04.2008.
Buch-Nr.: 33126
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B. A., Politikwissenschaftler, wiss. Hilfskraft, Lehrstuhl für Internationale Politik, Ruhr-Universität Bochum.
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