/ 20.06.2013
Philipp Sarasin
Michel Foucault zur Einführung
Hamburg: Junius 2005; 221 S.; brosch., 13,90 €; ISBN 3-88506-606-8Die im Vorwort geäußerte Absicht des Autors, das Werk des unsystematischen Denkers Foucault nicht systematisieren, sondern es lediglich in seiner historischen Entwicklung darstellen zu wollen, stellt das Licht der Studie unter den Scheffel. Zwar zeigt Sarasin die Brüche und Wendungen im Denken Foucaults deutlich auf, zugleich ermöglicht er dem Leser allerdings einen durchaus systematischen Zugriff auf das Analyseinstrumentarium Foucaults. Dies ist vor allem der ideengeschichtlichen Verortung Foucaults im Spannungsfeld zwischen Psychoanalyse, strukturalistischer Linguistik und nietzscheanischer Dekonstruktion geschuldet, die die komplizierte Begrifflichkeit und Methode des Denkers in den zeitgenössischen wissenschaftlichen Kontext rücken. In seiner auch literarisch anspruchsvollen Einführung gelingt es Sarasin, Foucaults Denken als Auseinandersetzung mit dem politischen und kulturellen Umfeld seiner Zeit verständlich zu machen. Trotz der vor allem im abschließenden Fazit spürbar werdenden kritischen Distanz zu Foucault wird in jedem Kapitel auf das Potenzial von Foucaults Denken und seine historische und politikwissenschaftliche Anschlussfähigkeit hingewiesen – wobei Sarasin einer Auseinandersetzung mit der Foucault-Rezeption allerdings bewusst aus dem Weg geht. Gerade die Fokussierung auf die Brüche in Foucaults nicht abgeschlossenem Denksystem ermöglicht es, ihn als analytischen und heuristischen Steinbruch aktueller Forschungen zu verstehen.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.46
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Philipp Sarasin: Michel Foucault zur Einführung Hamburg: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24883-michel-foucault-zur-einfuehrung_28763, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 28763
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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