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/ 11.06.2013
Elisabeth Mann Borgese

Mit den Meeren leben. Über den Umgang mit den Ozeanen als globaler Ressource. Aus dem Amerikanischen von Sebastian Vogel

Köln: Kiepenheuer & Witsch 1999; 320 S.; geb., 39,90 DM; ISBN 3-462-02868-5
War es wirklich erforderlich, gleich im ersten Satz des Umschlagtextes darauf zu verweisen, daß die Autorin "1918 als jüngste Tochter von Thomas Mann in München geboren" wurde? Als Seerechtlerin in Kanada, als Gründungsmitglied des Club of Rome und als beständige Mahnerin zugunsten der Weltmeere ist Elisabeth Mann Borgese längst selbst eine Berühmtheit, und so sollte es eigentlich nicht erforderlich sein, daß der Verlag den Namen des großen Vaters hinzusetzt. In dem Buch, daß 1998 unter dem Titel "The Oceanic Circle. Governing the seas as a global resource" erstmals im Verlag der Universität der Vereinten Nationen herauskam, geht die Autorin in einem weitgefaßten Bogen auf die ganze Vielfalt der Problematik mit ihren Aspekten Physis (44), Kultur (68), Wirtschaft (84), Recht (140) und Institutionen (189) ein, um die Arbeit schließlich mit Empfehlungen und Schlußfolgerungen (245) abzurunden, die von dörflichen Einrichtungen bis hin zur globalen, umfassenden internationalen Meeresbehörde alle politischen Gliederungen einschließen. Hier liegt auch die eigentliche politikwissenschaftliche Relevanz dieses ursprünglich für den Club of Rome verfaßten Berichtes. Der Charakter als Gutachten mit praktischen Vorschlägen ist beibehalten - und gleiches gilt für die drastischen Warnungen, die nirgends schrill erscheinen, sondern die ihre Wirkung gerade aus ihrer Nüchternheit entfalten.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.263 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Elisabeth Mann Borgese: Mit den Meeren leben. Köln: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/9292-mit-den-meeren-leben_11993, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 11993 Rezension drucken
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