/ 05.06.2013
Hans-Joachim Heintze (Hrsg.)
Moderner Minderheitenschutz. Rechtliche oder politische Absicherung? Zum 50. Jahrestag der UN-Menschenrechtserklärung
Bonn: Verlag J. H. W. Dietz Nachfolger 1998 (EINE Welt - Texte der Stiftung Entwicklung und Frieden 8); 303 S.; brosch., 24,80 DM; ISBN 3-8012-0274-7Der Sammelband will Entwicklungstendenzen des Minderheitenschutzes insbesondere nach 1990 nachzeichnen bzw. aufspüren. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf den verschiedenen Umsetzungsmechanismen des Minderheitenschutzes. Im Vorwort plädiert der Hohe Kommissar für nationale Minderheiten der OSZE, van der Stoel, für eine pragmatische Herangehensweise, die jeweils aus dem Einzelfall heraus das Mischungsverhältnis von rechtlicher Fixierung und politischer Vereinbarung ermittelt. Die länderübergreifenden Beiträge wie die Fallstudien unterstreichen den Nutzen und die Wirksamkeit politischer Absicherungen, die über ihre Flexibilität auch dort tragfähig seien, wo keine verbindliche völkerrechtliche Definition der jeweiligen Rechtsansprüche im voraus möglich sei. Im Anhang findet sich der Text der UN-Minderheiten-Deklaration von 1992, das Rahmenübereinkommen des Europarates zum Schutz nationaler Minderheiten von 1995 sowie eine Auswahlbibliographie.
Inhalt: Max van der Stoel: Vorwort (9-11). 1. Grundlagen des modernen Minderheitenschutzes: Hans-Joachim Heintze: Rechtliche oder politische Absicherung von Minderheitenrechten (14-54); Brigitte Reschke: Minderheitenschutz durch nichtvertragliche Instrumente: Soft Law im Völkerrecht? (55-67); Peter von Jagow: Minderheitenschutz in der außenpolitischen Praxis (68-82); Norbert Ropers: Die Bearbeitung von Mehrheiten-Minderheiten-Konflikten in der Zivilgesellschaft (83-113). 2. Moderner Minderheitenschutz in Europa: Jakob Haselhuber: Institutionalisierung ohne Verrechtlichung: Der Hohe Kommissar für nationale Minderheiten der OSZE (116-137); Heinrich Klebes: Minderheitenschutz durch den Europarat: Richtungswechsel durch "Entrechtlichung" von Verträgen? (138-159); Wladyslaw Czaplinski: Minderheitenschutz durch Nachbarschaftsverträge oder durch politische Vereinbarungen? Eine Antwort aus polnischer Sicht (160-177). 3. Minderheitenschutz in Konfliktlagen: Carmen Thiele: Minderheitenschutz in Estland. Werden die Rechtsnormen der politischen Wirklichkeit gerecht? (180-194); Stefan Wolff: Der Nordirlandkonflikt: Minderheitenschutz durch demokratische Institutionen und Volksabstimmungen? (195-229); Messeletch Worku: Menschen- und Minderheitenrechte in Afrika: Ein Widerspruch zu den Traditionen? (230-248); Sabine Kurtenbach: Schafft ein Friedensvertrag schon Frieden? Das Beispiel Zentralamerikas (249-267).
Manuel Fröhlich (MF)
Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
Rubrizierung: 4.42 | 2.61 | 2.62 | 2.65 | 2.67 | 4.1
Empfohlene Zitierweise: Manuel Fröhlich, Rezension zu: Hans-Joachim Heintze (Hrsg.): Moderner Minderheitenschutz. Bonn: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/6460-moderner-minderheitenschutz_8771, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 8771
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Prof. Dr., Juniorprofessur für Politikwissenschaft, Universität Jena (www.manuel-froehlich.de).
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