Skip to main content
/ 20.06.2013
Ulli F. H. Rühl

Moralischer Sinn und Sympathie. Der Denkweg der schottischen Aufklärung in der Moral- und Rechtsphilosophie

Paderborn: mentis Verlag 2005; 220 S.; kart., 29,80 €; ISBN 3-89785-433-3
Die britische Aufklärung führt im deutschen akademischen Diskurs ein Schattendasein. Nur Hobbes und Locke werden als politische Klassiker, Hume dagegen nur als Klassiker der Erkenntnistheorie beachtet – die schottischen Moralphilosophen führen dagegen allenfalls ein Schattendasein. Rühl zeichnet den empiristischen Diskurs der englisch-schottischen Denkbewegung nach und stellt ihn in den Kontext naturrechtlich-politischen Denkens seit dem Anbruch der Moderne. Das erste Kapitel ist aus diesem Grund dem naturrechtlichen Klassiker und Begründer des Völkerrechts, Hugo Grotius, gewidmet. Es schließen sich Ausführungen zu Hobbes und Locke an. Danach beginnt der eigentlich „innovative” Teil der Studie mit Abhandlungen zu Shaftesbury, Mandeville, Hutcheson, Hume und Smith. Vor allem zwei Erträge darf der politikwissenschaftlich interessierte Leser erwarten: Erstens ist in ideengeschichtlicher Hinsicht bemerkenswert, wie sehr die Argumentationen Humes und Smiths Kant bei der Abfassung seiner moralphilosophischen und staatstheoretischen Schriften bekannt waren und als Quelle der Inspiration, aber auch Position der Abgrenzung dienten. Zweitens sind die Moral-Sense-Theoretiker aber auch in systematischer Hinsicht anschlussfähig, gerade im Zuge der Renaissance, die das gefühls- und mitleidsethische Denken in letzter Zeit erfahren hat.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.325.33 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Ulli F. H. Rühl: Moralischer Sinn und Sympathie. Paderborn: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23913-moralischer-sinn-und-sympathie_27489, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27489 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA