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/ 18.06.2013
Ulrich Bielefeld

Nation und Gesellschaft. Selbstthematisierungen in Frankreich und Deutschland

Hamburg: Hamburger Edition 2003; 416 S.; geb., 30,- €; ISBN 3-930908-83-2
„Das Thema der Nation ist nicht beendet. Zwar ist es nicht mehr vernünftig möglich, diese als homogen und souverän zu denken, doch ist Nation strukturell - das heißt als Nationalstaat - Bestandteil der Weltgesellschaft und deren wichtigste politische Organisationsform, auch wenn sie nicht mehr die einzige ist" (377). Und diese Nationen müssen sich zuerst einmal selbst erschaffen und selbst erklären. Die Selbstthematisierungsformen Deutschlands und Frankreichs gelten als klassische Typen: die Kulturnation und die Staatsnation. Wie alle Selbstbeschreibungen dienen sie auch der Darstellung einer behaupteten Differenz und werden Teil der politischen Realität, indem sie die politische Gesellschaft gründen und begründen. Bielefeld untersucht die Selbstthematisierung von Nationen an den Beispielen Wissenschaft, Geschichte, Soziologie, Philosophie und Nationalökonomie. Dabei stellt er die Arbeit der Nation anhand von drei Paarbildungen (Johann Gottlieb Fichte - Maurice Barrès, Émile Durkheim - Max Weber, Ernst von Salomon - Louis Ferdinand Destouches, genannt Celine) heraus. Aus dem Inhalt: Selbstthematisierung und Nation. Nation und Gesellschaft: Nation als Fiktion und als Ort des Politischen Soziologie, Gesellschaft und Nation Einheit und Differenzierung Selbstbestimmung und Nationalismus Nation und Gebiet Nation und Differenz Kultur und Nation und der Mythos der Integration Paarbildungen: Das freigesetzte Ich und das politische Kollektiv I. Die Dramatik des Ich/Wir. Johann Gottlieb Fichte und Maurice Barrès: Ein thematisches Vorspiel: Rembrandt im Blick von Georg Simmel Johann Gottlieb Fichte und das Urkollektiv: Ein frühes Konzept eines ethnischen Nationalismus- universalistisch begründet Der nationalistische Nationalismus: Von Ernest Renan zu Maurice Barrès Der Fall Maurice Barrès: Die Nation - Friedhof und Lehrstuhl II. Idee und Wert, Herrschaft und Moral. Émile Durkheim und Max Weber: Émile Durkheim und die Nation: Die Realität der Repräsentation Das Kollektiv und der Einzelne Das Symbol und das Ganze Max Weber: Nation, Herrschaft, die Moral der Lebensführung und die Realität der fiktiven Gemeinschaft Die Nation als Wert und als Form politischer Vergesellschaftung und Vergemeinschaftung Ethnischer Gemeinschaftsglaube und politische Gemeinschaft Nation, Herrschaft und Staat Zu einer Soziologie der Nation im Anschluß an Weber und Durkheim III. Die Auflösung der Nation. Ernst von Salomon und Louis Ferdinand Céline: Der nationalistische Nationalismus und die Auflösung der Nation Ernst von Salomon und das „angedrehte Wir" des Volkes "Bewaffnet bis an die Zähne und gerüstet bis ans Herz" Die geheime Nation im Film: Carl Peters Ernst von Salomon und die Bundesrepublik nach 1945 Louis Ferdinand Céline: Der "kalte Enthusiast", zweite Ausprägung Biographische Fiktion: Erfindung, Erfahrung und Wahrheit Das Verschwinden der Nation Flucht, Gefängnis, Lager, Säuberung und Stil Exkurs Die Auflösung der Nation und die Herstellung der Volksgemeinschaft in der "Weltanschauung" des Nationalsozialismus Selbstbestimmung und Selbstthematisierung Die Ambivalenz der Selbstbestimmung Selbstbestimmung und die eingehegte Nation Die Sozialstruktur der Weltgesellschaft Zur aktuellen Problematik der Bildung existentieller politischer Kollektive
Heinz-Werner Höffken (HÖ)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 2.235.332.352.612.3115.41 Empfohlene Zitierweise: Heinz-Werner Höffken, Rezension zu: Ulrich Bielefeld: Nation und Gesellschaft. Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18833-nation-und-gesellschaft_21850, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 21850 Rezension drucken
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