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/ 20.06.2013
Siegfried Frech / Peter I. Trummer (Hrsg.)

Neue Kriege. Akteure, Gewaltmärkte, Ökonomie

Schwalbach/Ts.: Wochenschau Verlag 2005; 191 S.; 16,80 €; ISBN 3-89974202-8
Der prägnante Begriff der „neuen Kriege“ wurde in der Politikwissenschaft in den vergangenen Jahren ausdauernd eingesetzt und diskutiert. Vor allem bei Kämpfen in der Subsahara und auf dem Balkan identifizieren Wissenschaftler Merkmale wie dezentral organisierte Gewaltakteure, die eher ökonomische als ideologische Ziele verfolgen und in eine globalisierte Wirtschaft eingebunden sind. Im Sammelband, der in der Reihe „Basis/index.php?option=com_content&view=article&id=41317 Politik“ erscheint, beschreiben zehn Wissenschaftler die Charakteristika von „neuen Kriegen“ hinsichtlich von Akteuren, Gewaltmärkten und Ökonomien. Dabei regen sie mit grundlegenden Aspekten zu Teilbereichen des Phänomens in erster Linie eine weiterführende Diskussion an. Denn nicht alle Autoren verstehen den „neuen Krieg“ als wirklich neuartigen fundamentalen Formwandel, sondern befürchten, dass so der Blick auf notwendige Maßnahmen zur Kriegsprävention verdeckt wird. Nach einer Vorstellung des Konzepts der „neuen Kriege“, das neben veränderten Motiven auch kriminelle Gewaltökonomie wie Drogenhandel und besondere Brutalität gegenüber der Zivilbevölkerung umfasst, wird dieses anfangs auf verschiedene Kriegsformen, aber auch auf den Terrorismus angewandt. Auch die Bedeutung des globalen Waren- und Finanzkreislaufs wird beachtet. Ein weiterer Beitrag thematisiert die Akteure auf substaatlicher Ebene, wie Warlords, Kindersoldaten und Beteiligte aus der Zivilbevölkerung. Zudem werden mögliche Reaktionen zur Bekämpfung von Konflikten und deren Ursachen im Rahmen von Hilfseinsätzen und so genannten humanitären Einsätzen wie jenen der Vereinten Nationen betrachtet. Schließlich wird in einem Kapitel die Rolle der Medien dargestellt, die das Bild aktueller Kriege und Konflikte transportieren und so die Wahrnehmung beeinflussen, dabei aber wirtschaftlichen Faktoren sowie Inszenierung, Desinformation und Zensur unterworfen sind.
Steffen Heinzelmann (STH)
Politikwissenschaftler, M. A., Press Officer, Institute for Advanced Sustainability Studies e. V. (IASS) Potsdam.
Rubrizierung: 4.14.414.422.25 Empfohlene Zitierweise: Steffen Heinzelmann, Rezension zu: Siegfried Frech / Peter I. Trummer (Hrsg.): Neue Kriege. Schwalbach/Ts.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24795-neue-kriege_28665, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 28665 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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