/ 21.06.2013
Thomas Fischer
Neutral Power in the CSCE. The N+N States and the Making of the Helsinki Accords 1975
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009 (Wiener Schriften zur Internationalen Politik 12); 392 S.; 59,- €; ISBN 978-3-8329-4475-9„The Conference on Security and Cooperation in Europe (CSCE) was the only moment in European Cold War history when the neutral and non-aligned states played a decisive role in multilateral diplomacy” (17). Die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) war zur Zeit des Kalten Krieges das einzige Gremium, in dem neutrale Staaten als diplomatische Akteure auf europäischer Ebene auftraten. Diesen gelang es sogar, sich als dritte Kraft zwischen den Supermächten zu etablieren. Zu der so genannten N+N-Gruppe (Neutral and Non-Aligned States Group) gehörten zunächst Österreich, Finnland, Schweden, die Schweiz und Jugoslawien, später wurde diese noch durch die kleineren Staaten Zypern, Malta, Liechtenstein und San Marino ergänzt. Fischer bezieht sich in seiner Analyse vor allem auf die erstgenannten Länder, die er als die Hauptakteure und Triebkräfte der N+N-Gruppe ansieht; sie begann sich seit dem Helsinki-Gipfel 1975 langsam zu institutionalisieren. Im Zentrum der Analyse stehen die Verhandlungsstrategien dieser Gruppe. Fischer konzentriert sich dabei auf die Initiativen und Maßnahmen, die den Zusammenhalt innerhalb der N+N-Gruppe stärkten oder diese herausforderten und gewinnt so ein Bild von den politischen Einflussmöglichkeiten neutraler Gruppierungen. Der Erfolg dieser Gruppe innerhalb der KSZE sei durch die Kombination verschiedener Rollen möglich geworden, nämlich die des ausgleichend wirkenden Verhandlungspartners „negotiator“, die des die Agenda aktiv mitbestimmenden „demander“ sowie die des die Verhandlungen administrativ unterstützenden „intermediary“ (371), resümiert Fischer. Neben diesen strukturellen und prozessbedingten Erklärungsansätzen bewertet er aber auch das sogenannte Humankapital als einen entscheidenden, die starke Position der N+N-Gruppe begünstigenden Faktor.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.1 | 4.2 | 4.3 | 4.41
Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Thomas Fischer: Neutral Power in the CSCE. Baden-Baden: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31522-neutral-power-in-the-csce_37531, veröffentlicht am 18.12.2009.
Buch-Nr.: 37531
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