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/ 22.06.2013
Alexander J. Schwitanski (Hrsg.)

"Nie wieder Krieg!" Antimilitarismus und Frieden in der Geschichte der Sozialistischen Jugendinternationale

Essen: Klartext 2012 (Archiv der Arbeiterjugendbewegung 21); 136 S.; 14,90 €; ISBN 978-3-8375-0744-7
1907 wurde in Stuttgart die Internationale Verbindung sozialistischer Jugendorganisationen gegründet. Unter dem Namen International Union of Socialist Youth besteht sie bis heute. Anlässlich des hundertjährigen Bestehens veranstaltete das Archiv der Arbeiterjugendbewegung 2007 eine Tagung, die aufgrund der bisher noch bestehenden Forschungslücken im Bereich Jugendinternationale ausschließlich den Antimilitarismus in den Blick nahm und gleichzeitig einen Anstoß für die weitere Beschäftigung mit diesem Thema geben wollte. Bis auf den Artikel von Gerd-Rainer Horn sind in diesem Sammelband die überarbeiteten Vorträge der Konferenz zusammengestellt. In seinem Vorwort betont der Herausgeber, dass die Autoren die Ergebnisse ihrer Forschung vorstellen und somit mehrere Jahre der Jugendinternationalen genauer als bisher ausleuchten konnten, aber dass das Buch nicht für sich beanspruchen kann, eine umfassende oder gar abschließende Darstellung zu liefern. In seinem Artikel stellt Wolfgang Uellenberg-van Dawen heraus, dass die sozialistische Jugendbewegung der Vorkriegszeit zuvorderst eine Bildungs- und Erziehungsbewegung war, die das Klassenbewusstsein wecken und die Arbeiterinnen und Arbeiter für den organisierten Kampf schulen wollte. Maßgebend für das weitere Selbstverständnis und die Standpunkte der Jugendbewegung wurde u. a. Karl Liebknecht, für den Marinismus und Kolonialmilitarismus die kapitalistische Antwort auf die sich verschärfende Konkurrenz auf den Weltmärkten darstellte. Wenngleich die Wahl der Mittel während des Kampfes zum Streit zwischen August Bebel und Jean Jaurés führte, ist die zunehmende Konzentration auf die antimilitaristische Arbeit bestimmend für die Jugendorganisation, wie der Autor zeigen kann. Besonders hervorzuheben an diesem Sammelband ist die Tatsache, dass bis auf Horn alle Autoren viele Organisationen in mehreren Regionen untersuchten, Unterschiede zwischen ihnen herausarbeiten konnten und sie miteinander in Beziehung zu setzen vermochten. Obgleich der Herausgeber eingangs den fragmentarischen Charakter des Sammelbandes betont, hält das Buch wichtige Erkenntnisse bereit, die nur durch das gewissenhafte Bergen der Akten möglich wurden.
Ines Weber (IW)
M. A., Politikwissenschaftlerin (Kommunikationswissenschaftlerin, Psychologin), wiss. Mitarbeiterin, Institut für Sozialwissenschaften, Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Rubrizierung: 4.22.222.64 Empfohlene Zitierweise: Ines Weber, Rezension zu: Alexander J. Schwitanski (Hrsg.): "Nie wieder Krieg!" Essen: 2012, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/35471-nie-wieder-krieg_42771, veröffentlicht am 01.11.2012. Buch-Nr.: 42771 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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