/ 18.06.2013
Günter Amendt
No Drugs No Future. Drogen im Zeitalter der Globalisierung
Hamburg: Europa Verlag 2003; 207 S.; geb., 17,90 €; ISBN 3-203-75013-9Weniger der Drogenkonsum sei problematisch als vielmehr der repressive gesellschaftliche und politische Umgang mit ihm, so die zentrale These des Autors. Dieser bewirke die hohen Preise und Gewinne, die nicht zuletzt auch in die Finanzierung von Terroranschlägen flössen, verursache das Abrutschen der Süchtigen in die Kriminalität und die damit verbundenen gesellschaftlichen Folgekosten - nicht zuletzt HIV-Infektionen. Repressionen aller Art hätten sich bislang als wirkungslos erwiesen: Der Drogenhandel blühe seit Jahrzehnten und die Zahl der Drogenabhängigen und -toten sei gigantisch. Der Autor fordert deshalb eine ideologiefreie Politik, die aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Er plädiert folgerichtig für eine je nach Drogenart abgestufte, staatlich reglementierte und überwachte Freigabe von Drogen, kombiniert mit einem differenzierten und umfassenden Hilfsangebot für Konsumenten, die in den Suchtkreislauf geraten. Mit einer solchen Drogenpolitik ließen sich die Drogenkartelle an ihrer empfindlichsten Stelle treffen: dem Profit. Die illegale Drogenproduktion würde sich schlicht nicht mehr lohnen.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 2.343 | 2.263 | 3.5 | 4.45
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Günter Amendt: No Drugs No Future. Hamburg: 2003, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/19943-no-drugs-no-future_23219, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 23219
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
CC-BY-NC-SA