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/ 21.06.2013
Rolf Gröschner / Oliver W. Lembcke (Hrsg.)

Ordnung(en) in internationalen und europäischen Beziehungen. Schillerhausgespräche in Zeiten der Globalisierung

Berlin: BWV Berliner Wissenschafts-Verlag GmbH 2009 (Schriften des Hellmuth-Loening-Zentrums für Staatswissenschaften e. V., Jena 18); 242 S.; kart., 34,- €; ISBN 978-3-8305-1629-3
Der Band dokumentiert die Jenaer Schillerhausgespräche, die über einen Zeitraum von mehreren Jahren geführt wurden und bei denen es um die rechtliche Verfassung der sich herausbildenden globalen Weltgesellschaft ging. Die Autoren beleuchten den Einfluss der Globalisierung in unserer Gesellschaft vor dem Hintergrund der zunehmenden Regionalisierung, welche für sie im Hinblick auf die damit verbundene Institutionalisierung und die Auslösung von gesellschaftlichen Ausgrenzungsprozessen wichtig sei. Sie analysieren die Konsequenzen dieser Zusammenhänge für die politischen Ordnungsformen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene und entwickeln Möglichkeiten freiheitlicher Ordnungen. Klaus Dicke hält fest, dass sich der moderne Staat die Aufgabe stellt, den Krieg aus der Geschichte zu verbannen, ohne dabei die Notwendigkeit des Einsatzes militärischer Gewalt zur Sicherung einer globalen Rechtsordnung aus dem Blick zu verlieren. Er beleuchtet die Entscheidungen, die im Jahr 2003 zum Irakkrieg geführt haben im Zusammenhang mit der historischen Entwicklung des heutigen Völkerrechts und im Kontext des normativen Konzeptes der kollektiven Sicherheit. Dabei kommt er zu dem Ergebnis, dass für die Modalitäten des Post-Conflict Peace-Building ein Richtungskonsens über die Rolle der UN essenziell sei. Des Weiteren plädiert er für eine einheitliche friedenspolitische Linie der EU, einen gezielten Ausbau der operativen Fähigkeiten der Europäer sowie einen Konsens über die zukünftige Rolle der NATO. Martina Haedrich versteht die Reform der UN nicht als zeitlich begrenzte Aktion, sondern als einen die Arbeit der UN stets begleitenden Prozess, der sich in intensiveren und weniger intensiveren Phasen vollzieht. Noch stünden dabei viele Desiderata im Raum, gleiches gelte für die Entwicklung des Völkerrechts, das genau wie die UN unter dem schwierigen Meinungsbildungsprozess auf internationaler Ebene leide.
Marinke Gindullis (MG)
Politikwissenschaftlerin.
Rubrizierung: 4.14.414.424.33.12.61 Empfohlene Zitierweise: Marinke Gindullis, Rezension zu: Rolf Gröschner / Oliver W. Lembcke (Hrsg.): Ordnung(en) in internationalen und europäischen Beziehungen. Berlin: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31774-ordnungen-in-internationalen-und-europaeischen-beziehungen_37871, veröffentlicht am 10.03.2010. Buch-Nr.: 37871 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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