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/ 20.06.2013
Wieland Jäger / Uwe Schimank (Hrsg.)

Organisationsgesellschaft. Facetten und Perspektiven

Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005 (Hagener Studientexte zur Soziologie); 591 S.; brosch., 26,90 €; ISBN 3-531-14336-0
Dass Organisationen ein wesentliches Strukturmerkmal moderner Gesellschaften darstellen, dürfte innerhalb der Sozialwissenschaften nicht strittig sein. Und etliche soziologische „Klassiker“ – wie beispielsweise Weber, Parsons oder Luhmann – verwenden Organisation als Basiskategorie ihrer gesellschaftstheoretischen Modelle. In der neueren Debatte steht allerdings der Ausdruck Organisationsgesellschaft für unterschiedliche analytische Perspektiven, die teils die Leistungsfähigkeit dieser Koordinationsform sozialen Handelns in den Mittelpunkt rücken, teils nach den Konsequenzen von Organisationen für die individuelle Lebensführung und die Verteilung sozialer Chancen fragen. Der Band bietet einen sehr anregenden Querschnitt dieser aktuellen Diskussion. Von den dabei aufgegriffenen Themenschwerpunkten ist vor allem derjenige für Politikwissenschaftler von besonderem Interesse, der Organisationen im Blickwinkel von Governance behandelt. Der Band beruht auf Tagungen der Arbeitsgruppe „Organisationssoziologie“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie aus dem Jahr 2002 und ist zunächst als Studienbrief der Fernuniversität Hagen eingesetzt worden; bei 11 der insgesamt 17 Beiträge handelt es sich um Erstveröffentlichungen. Aus dem Inhalt: I. Die moderne Gesellschaft als Organisationsgesellschaft Uwe Schimank: Organisationsgesellschaft (19-50) André Kieserling: Selbstbeschreibung von Organisationen: Zur Transformation ihrer Semantik (51-88) Michael Bruch / Klaus Türk: Organisation als Regierungsdispositiv der modernen Gesellschaft (89-123) Raimund Hasse/Georg Krücken: Organisationsgesellschaft und Weltgesellschaft im soziologischen Neo-Institutionalismus (124-147) Stefan Lange: Legitimitätsprobleme in der Organisationsgesellschaft (148-185) Walther Müller-Jentsch: Das Kunstsystem und seine Organisationen oder Die fragile Autonomie der Kunst (186-219) II. Governance in modernen Organisationen Helmut Wiesenthal: Markt, Organisation und Gemeinschaft als „zweitbeste“ Verfahren sozialer Koordination (223-264) Roger Häußling Netzwerke und Organisationen - konträre oder komplementäre gesellschaftliche Mechanismen? (265-286) Stephan Voswinkel: Die Organisation der Vermarktlichung von Organisationen - Das Beispiel erfolgsbezogenen Entgelts (287-312) Thomas Brüsemeister: „Wo Interaktion ist, soll Organisation werden“ - Zur Einführung von Qualitätsmanagement in Schulen (313-343) Ursula Holtgrewe: Subjekte als Grenzgänger der Organisationsgesellschaft? (344-368) Andreas Langer: „Niemand kann zwei Herren dienen“? Erweiterungen und Kritik der Agenturtheorie zur Analyse organisationaler Handlungsstrukturen Sozialer Arbeit (369-406) III. Organisationen im gesellschaftlichen Wandel Niklas Luhmann Struktureller Wandel: Die Poesie der Reformen und die Realität der Evolution (409-450) Stefan Liebig / Holger Lengfeld Organisationsstrukturen und moralische Überzeugungen (451-492) Lars Clausen: Neuzeitliche Organisationen angesichts gesellschaftlicher Gefahren (493-506) Wieland Jäger: Dienstleistung als Aggregat ‚ganzer Menschen’. Überlegungen im Anschluss an die Theorie der Gesellschaft von Jürgen Habermas (507-528) Michael Faust: Managementberatung in der Organisationsgesellschaft (529-588)
Thomas Mirbach (MIR)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Lawaetz-Stiftung Hamburg, Lehrbeauftragter, Institut für Politische Wissenschaft, Universität Hamburg.
Rubrizierung: 2.25.42 Empfohlene Zitierweise: Thomas Mirbach, Rezension zu: Wieland Jäger / Uwe Schimank (Hrsg.): Organisationsgesellschaft. Wiesbaden: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22796-organisationsgesellschaft_26027, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 26027 Rezension drucken
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