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/ 21.06.2013
Anna Herrhausen

Organizing Peacebuilding. An Investigation of Interorganizational Coordination in International Post Conflict Reconctruction Efforts

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2009 (Europäische Hochschulschriften: Reihe XXXI, Politikwissenschaft 572); 251 S.; pb., 39,80 €; ISBN 978-3-631-59204-5
Diss. FU Berlin; Gutachter: M. Zürn, W. Seibel. – Für die friedensschaffenden und -sichernden Interventionen sei Koordination der beteiligten internationalen Organisationen einer der Erfolgsfaktoren, schreibt die Autorin. Einerseits habe die internationale Gemeinschaft die Abstimmung untereinander selbst in der Hand, andererseits ist die Erfolgsmaximierung durch zunehmende Effektivität zentral, um externe Störeinflüsse zu minimieren, aber auch um „gelernte Lektionen“ erkennen und in die Arbeit einfließen lassen zu können. Strategische Koordination auf der Regierungs- und Organisationsebene ist dafür ebenso wichtig wie operationelle Koordination zwischen den Büros vor Ort. Um diese Koordination zu untersuchen, bedient sich Herrhausen eines organisationstheoretischen Ansatzes, mit dessen Hilfe sie ein theoretisches Analysemodell zur Koordination in Kriseneinsätzen entwirft. An den Beispielen Kosovo und Afghanistan untersucht sie, warum Koordination so schwierig ist, dass sie fast als abwesend gelten kann: Zum einen werde die Realität der internen Organisation fehleingeschätzt, zum anderen würden externe Hindernisse heruntergespielt und die Ziele zu hoch gesteckt. Im UN-System seien die Organisationen weitgehend unabhängig, sodass sie als Netzwerk gesteuert werden müssten: „Coordination in networks, or network governance, differs from coordination in the other ideal-type organization forms, namely hierarchy and market“ (190). Die Spezialisierung der einzelnen Agenturen und die geringe Interaktion des betroffenen Personals erschwerten allerdings die Einführung von „network governance“. Vereinheitlichung, dichtere Kommunikationsbeziehungen und Verringerung von Kompetenzüberlappungen „should be pursued in order to simplify interorganizational coordination“ (203).
Florian Peter Kühn (KÜ)
Dr., M. P. S., wiss. Mitarbeiter, Institut für Internationale Politik, Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg.
Rubrizierung: 4.414.14.32.612.68 Empfohlene Zitierweise: Florian Peter Kühn, Rezension zu: Anna Herrhausen: Organizing Peacebuilding. Frankfurt a. M. u. a.: 2009, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/31094-organizing-peacebuilding_36968, veröffentlicht am 21.10.2009. Buch-Nr.: 36968 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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