/ 20.06.2013
Oliver Franz
Osttimor und das Recht auf Selbstbestimmung. Eine Untersuchung zur Anwendung des Selbstbestimmungsrechts der Völker am Beispiel Osttimors
Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 2005 (Schriften zum internationalen und zum öffentlichen Recht 59); XIX, 308 S.; brosch., 56,50 €; ISBN 3-631-53178-8Rechtswiss. Diss. Marburg; Gutachter: G. Gornig, S. Detterbeck. – In einem Referendum im Jahr 1999 entschied sich die Bevölkerung von Osttimor für die staatliche Unabhängigkeit von Indonesien, die es nach einer dreijährigen Übergangszeit im Jahr 2002 erlangte. Der Verfasser prüft, wie dieser Vorgang unter dem Aspekt des Selbstbestimmungsrechts der Völker rechtlich einzuordnen ist. Er zeigt, dass sich der Selbstbestimmungsanspruch von Osttimor weder auf ethnische Homogenität noch auf frühere staatliche Unabhängigkeit stützen lässt, sondern vielmehr im Status Osttimors als ehemalige portugiesische Kolonie begründet ist. Da der Anschluss an Indonesien nicht auf dem Willen des Volkes von Osttimor beruht habe, sei das so fundierte Selbstbestimmungsrecht des Volkes auch noch nicht verbraucht gewesen. Aufgrund der zahlreichen Menschenrechtsverletzungen durch die indonesische Zentralregierung sei das Recht auf Unabhängigkeit auch durch den Notwehraspekt legitimiert gewesen. Eine völkerrechtliche Notwendigkeit zu einem Referendum habe allerdings nicht bestanden.
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 4.41 | 4.1 | 2.68 | 2.25 | 2.2 | 2.22 | 4.42
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Oliver Franz: Osttimor und das Recht auf Selbstbestimmung. Frankfurt a. M. u. a.: 2005, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/24147-osttimor-und-das-recht-auf-selbstbestimmung_27817, veröffentlicht am 25.06.2007.
Buch-Nr.: 27817
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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