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/ 05.06.2013
Harold Werner

Partisan im Zweiten Weltkrieg. Erinnerungen eines polnischen Juden. Aus dem Amerikanischen von Michael Haupt

Lüneburg: zu Klampen Verlag 1999; 252 S.; brosch., 38,- DM; ISBN 3-924245-82-7
Werner (1917-1989), ursprünglich Herschel Zimmermann, war Mitglied einer jüdischen Widerstandsgruppe, die in den Waldgebieten Ostpolens gegen die Wehrmacht kämpfte. Die Motivation für das Buch ergab sich für Werner aus den Fragen der Nachkriegsgeneration. Er möchte vor allem erklären, weshalb von den drei Millionen Juden, die vor 1939 in Polen lebten, nur wenige in den bewaffneten Widerstand gegangen sind. "Meine Hoffnung ist es, daß dieses Buch die Erinnerung an den erfolgreichen jüdischen Widerstand während des Holocaust in künftigen Generationen wachhält", schreibt Werner in der Einleitung (28). In seinem Vorwort verdeutlicht Arno Lustiger die Bedeutung dieses guten Beispiels für "oral history": Bislang wurde in der Wissenschaft nur wenig zur Kenntnis genommen, daß es bewaffnete jüdische Widerstandsgruppen gegeben hat, die außerhalb der Ghettos operierten. Angesichts des Antisemitismus, der auch in Polen das jüdische Leben vor und nach 1939 prägte, ist es erstaunlich, daß sich die jüdischen Einheiten behaupten konnten, vor allem gegen die ultraradikale polnische Rechte, die mit ihren Partisanenmilizen zum Beispiel 1942 in einer "Sonderaktion Nr. 1" mehrere tausend Juden und einige hundert entflohene sowjetische Kriegsgefangene aufspürten und ermordeten.
Axel Gablik (AG)
Dr., Historiker.
Rubrizierung: 2.3122.62 Empfohlene Zitierweise: Axel Gablik, Rezension zu: Harold Werner: Partisan im Zweiten Weltkrieg. Lüneburg: 1999, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/8269-partisan-im-zweiten-weltkrieg_10900, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 10900 Rezension drucken
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