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/ 19.06.2013
Michael Löbig

Persönlichkeit, Gesellschaft und Staat. Idealistische Voraussetzungen der Theorie Lorenz von Steins

Würzburg: Königshausen & Neumann 2004 (Contradictio: Studien zur Philosophie und ihrer Geschichte 3); 159 S.; brosch., 28,- €; ISBN 3-8260-2738-8
Löbig macht sich die historisch-systematische Rekonstruktion des Stein'schen Gesellschaftsbegriffes und die sich daraus ergebende Konstellation von Gesellschaft und Staat zur Aufgabe. Er will damit erstmals von Steins anthropologische Prämissen angemessen berücksichtigen. Das zentrale theoretische Problem und zugleich der Grund für die sich wandelnden Erscheinungsformen von Gesellschaft und Staat sei für von Stein der den Menschen ontogenetisch prägende Widerspruch zwischen Person und Persönlichkeit gewesen. Dessen Aufhebung habe er in der Theorie erreichen wollen. Anders als Marx habe er die Auflösung der Klassengegensätze für unmöglich gehalten und stattdessen dem Staat die Aufgabe zugewiesen, mittels einer an ethische Grundsätze rückverwiesenen Verwaltung die zwischen den Klassen entstehenden sozialen Spannungen systemimmanent zu entschärfen. Der Autor bezeichnet von Stein als den Begründer der Idee des Sozialstaates. Er will den Nachweis erbringen, dass diese Idee in ihrer anthropologischen Prämisse irrt, womit auch die auf ihr fußende Theorie inkonsistent bleibe.
Thomas Nitzsche (TN)
M. A., Fachreferent für Politikwissenschaft, Soziologie und Wirtschaftswissenschaft an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena (ThULB).
Rubrizierung: 5.33 Empfohlene Zitierweise: Thomas Nitzsche, Rezension zu: Michael Löbig: Persönlichkeit, Gesellschaft und Staat. Würzburg: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21009-persoenlichkeit-gesellschaft-und-staat_24509, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24509 Rezension drucken
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