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/ 20.06.2013
Klaus Heller / Jan Plamper (Hrsg.)

Personality Cults in Stalinism/Personenkulte im Stalinismus

Göttingen: V&R unipress 2004; 472 S.; kart., 52,- €; ISBN 3-89971-191-2
Mit den Personenkulten werde ein Thema aufgegriffen, das „neben Brachialindustrialisierung, Zwangskollektivierung und Terror oft als Signum des Stalinismus überhaupt gilt“ (7), schreiben die Herausgeber. Die Autoren nähern sich diesem Phänomen aus sehr unterschiedlichen Blickrichtungen, als Ausgangspunkt dienen u. a. Prosa und dramatische Literatur, Filme und Memoiren, aber auch die Geschenke, die Stalin zu seinen Geburtstagen erhielt und die öffentlich ausgestellt wurden. Im ersten Teil wird der Rahmen geografisch wie zeitlich erweitert, nach den russischen Vorläufern des Stalinkultes vor 1917 gefragt sowie der Kontext zu anderen europäischen Diktaturen hergestellt. Im zweiten Teil geht es anhand von Filmen, Memoiren und Geschenken um den Stalinkult im engeren Sinne, während im dritten Teil weitere stalinistische Personenkulte thematisiert werden. Dazu gehören u. a. die Verehrung in den Jahren 1937/38 des 1263 gestorbenen Novgoroder Fürsten Aleksandr Nevskij, der einst die Schweden und den Deutschen Orden besiegte, sowie der Einfluss des Dichters Maxim Gorkis auf die Entstehung der sozialistischen Kultur. Der umfangreiche und umfassende Band geht auf einen internationalen Gießen-Berkeley Workshop zurück, der im Juli 2002 auf Schloss Rauischholzhausen stattfand. Aus dem Inhalt: Jan Plamper: Introduction: Modern Personality Cults (13-42). I. Russische Anfänge, Europäische Vergleiche: Barbara Walker: Iosif Stalin, „Our Teacher Dear“: Mentorship, Social Transformation, and the Russian Intelligentsia Personality Cult (45-59), Klaus Heller: Der Unternehmer als pater familias in der russischen Literatur vor 1917: Gesellschaftliche Vorurteile gegenüber dem Kaufmann im alten und neuen Russland (61-82), Simonetta Falasca-Zamponi: „The Culture“ of Personality: Mussolini and the Cinematic Imagination (83-107), Henning Bühmann: Der Hitlerkult. Ein Forschungsbericht (109-157). II. Der Stalinkult: Benno Ennker: „Struggling for Stalin’s Soul“: The Leader Cult and the Balance of Social Power in Stalin’s Inner Circle (161-195), Malte Rolf: The Leader’s Many Bodies: Leader Cults and Mass Festivals in Voronezh, Novosibirsk, and Kemerovo in the 1930s (197-206), Nikolas Hülbusch: Džugašvili der Zweite: Das Stalin-Bild im sowjetischen Spielfilm (1934-1953) (207-238), Ursula Justus: Stalins Drama: Inszenierung einer literarischen Figur zwischen Personenkult, Text und Bühne (239-276), Nikolai Ssorin-Chaikov / Olga Sosnina: The Faculty of Useless Things: Gifts to Soviet Leaders (277-300), Jan Plamper: „The Hitlers Come and Go...,“ the Führer Stays: Stalin’s Cult in East Germany (301-329), Irina Paperno: Intimacy with Power: Soviet Memoirists Remember Stalin (331-361). III. Kult/urpersönlichkeiten im Stalinismus: Oksana Bulgakowa: Der erste sowjetische Filmstar (365-389), Frithjof Benjamin Schenk: „Ein so guter Fürst darf nicht sterben!“ Die Rehabilitierung und Verehrung Aleksandr Nevskijs in der UdSSR in den Jahren 1937/38 (391-413), Katerina Clark: The Cult of Literature and Nikolai Ostrovskii’s „How the Steel Was Tempered” (415-441), Irene Masing-Delic: Purges and Patronage: Gor’kii’s Promotion of Socialist Culture (443-468)
Natalie Wohlleben (NW)
Dipl.-Politologin, Redakteurin pw-portal.de.
Rubrizierung: 2.242.612.3122.222.62 Empfohlene Zitierweise: Natalie Wohlleben, Rezension zu: Klaus Heller / Jan Plamper (Hrsg.): Personality Cults in Stalinism/Personenkulte im Stalinismus Göttingen: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/23652-personality-cults-in-stalinismpersonenkulte-im-stalinismus_27162, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 27162 Rezension drucken
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