/ 21.06.2013
Heinz-Gerd Schmitz
Philosophische Probleme internationaler Politik und transnationalen Rechts
Berlin: Duncker & Humblot 2008 (Wissenschaftliche Abhandlungen und Reden zur Philosophie, Politik und Geistesgeschichte 47); 240 S.; 64,- €; ISBN 978-3-428-12662-0Schmitz nimmt eine politik- und rechtstheoretisch fundierte Kritik der Denkschule des Realismus vor, die über das im Rahmen der Theorien der Internationalen Beziehungen übliche argumentative Repertoire hinausgeht. Die fundierte philosophische Argumentation steht im Zentrum, die Bezüge zur internationalen Politik haben den Charakter einer Anwendung der zuvor explizierten Argumente. Schmitz zeigt an etlichen Stellen überzeugend auf, dass die realistische Theorie bereits begrifflich falsche Alternativen aufstellt, etwa indem sie Macht und Recht als antagonistische Begriffe konzipiert. Demgegenüber betont der Autor, dass „erst das Recht eine realistische Machteinschätzung ermöglicht“ (164) und der realistische Machtbegriff mit dem der Gewalt zusammenfalle. Im Anschluss an die Realismus-Kritik von Hedley Bull kritisiert Schmitz die Konzeptualisierung der internationalen Staatenanarchie nach dem Modell des Hobbes’schen Naturzustandes. Demgegenüber erweise sich das nicht auf ontologisch-anthropologischen, sondern rechtstheoretischen Prämissen beruhende „Lockesche Naturzustandstheorem als ein brauchbares Beschreibungsmuster für die internationalen Beziehungen“ (217). – Zwei Dinge sind kritisch anzumerken. Erstens tendiert der Autor zuweilen zur unnötigen Formalisierung seiner Argumente, wie in der folgenden Passage deutlich wird: „Unter einem Sachverhalt S soll eine Konfiguration von belebten oder unbelebten Entitäten an einer oder an mehreren Raum-/Zeitstellen verstanden werden. So kann man z. B. davon sprechen, dass S(x) vorliege, wenn zum Ausdruck gebracht werden soll, dass zum Zeitpunkt t(x) am Orte O(x) die Person P(x) mit Hilfe der Gerätschaft G die Handlung H1 ausführt.“ (155) Zum anderen ist das Buch schlecht lektoriert. Eine Fülle von orthografischen und grammatikalischen Flüchtigkeitsfehlern behindert die Lektüre.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 4.1 | 5.41
Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Heinz-Gerd Schmitz: Philosophische Probleme internationaler Politik und transnationalen Rechts Berlin: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29136-philosophische-probleme-internationaler-politik-und-transnationalen-rechts_34432, veröffentlicht am 11.06.2008.
Buch-Nr.: 34432
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M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
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