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/ 21.06.2013
Peter Nitschke (Hrsg.)

Politeia. Staatliche Verfasstheit bei Platon

Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2008 (Staatsverständnisse 19); 170 S.; brosch., 29,- €; ISBN 978-3-8329-3712-6
Die Herausgabe politikwissenschaftlicher Texte zur Philosophie Platons, zumal wenn sie unter dem Titel „Staatsverständnisse“ erfolgt, ist nicht unproblematisch, denn die politische Ordnung, die Platon beschreibt, kann kaum mit einem neuzeitlichen Staat identifiziert werden. Darüber hinaus ist die „Politeia“ keineswegs nur eine politische Schrift, sondern ist in eine Ontologie eingebettet, die in dialektischer Form entwickelt wird. Diese Schwierigkeiten, die Nitschke im einleitenden Beitrag darlegt, haben dazu beigetragen, dass Platon trotz seiner immensen Rezeption ein permanentes Missverständnis für die Politische Theorie – am extremsten bei Popper – geblieben ist. Wenn aus diesem Grund der politologischen Platonlektüre zeitweilig aus dem Weg gegangen wird, so ist es die Leistung des vorliegenden Bandes, zur Behebung dieses Mankos beizutragen und ausgewählte Probleme der platonischen Philosophie zu diskutieren. Selbst wenn die konkreten politischen Ideale Platons in einer sich dem Pluralismus verpflichtenden modernen Demokratie zweifelhaft geworden sein dürften, hat die Frage nach der normativen Ordnung des Politischen selbst keineswegs an Aktualität verloren, sondern stellt, wie im Beitrag von Nusser dargelegt wird, einen maßgeblichen Trend in der neueren politischen Theorie seit Rawls dar.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.31 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Peter Nitschke (Hrsg.): Politeia. Baden-Baden: 2008, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/29778-politeia_35272, veröffentlicht am 09.12.2008. Buch-Nr.: 35272 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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