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/ 21.06.2013
Karl Graf Ballestrem / Volker Gerhardt / Henning Ottmann / Martyn P. Thompson / Barbara Zehnpfennig (Hrsg.)

Politisches Denken. Jahrbuch 2005

Berlin: Duncker & Humblot 2006; 257 S.; 48,- €; ISBN 978-3-428-12131-1
Das Jahrbuch versammelt in ausgewogenen Anteilen Aufsätze zur systematischen politischen Theorie und zur politischen Ideengeschichte. Krause weist in seinem Beitrag darauf hin, dass in der neueren Hobbes-Forschung durch die Konzentration auf Hobbes als Begründer der politischen Philosophie des Gesellschaftsvertrages die Tatsache aus dem Blick geraten ist, dass Hobbes den politischen Bund terminologisch gar nicht ausschließlich als Vertrag (contract), sondern – in Anlehnung ans Alte Testament – auch als „Bund“ (covenant) bezeichnet. Von dieser Feststellung ausgehend, rollt er die Frage nach der in der gegenwärtigen Diskussion vernachlässigten Bedeutung des dritten und vierten Teils des Leviathan für Hobbes’ politische Argumentation neu auf. Haase widmet sich aus kantianischer Perspektive der Frage nach der Bedeutung und Organisation politischer Repräsentation und erhellt die politische Bedeutung des Begriffs unter Rückgriff auf Kants Erkenntnistheorie, Kunsttheorie und Theorie des lebendigen Organismus. Cavallar kritisiert die im Zusammenhang mit dem ersten (1991) und zweiten Golfkrieg (2003) zyklisch erneuerten Diskussionen um den „gerechten Krieg“ und stellt ihnen das von Kant ausgehende Modell eines kontraktualistischen Kosmopolitismus gegenüber. Opielka stellt vor dem Hintergrund der deutschen Hegelinterpretationen die Frage, was die politische Soziologie von Hegels Begründung des „wahren Staates“ lernen könne. Ottow behandelt die schottische Aufklärungsphilosophie am Beispiel John Millars, während Enzmann Spielarten der kantianischen Rechtstheorie bei Maus und Habermas rekonstruiert. Pannier diskutiert die systematische Stellung des im Rahmen der kantischen Friedenstheorie als eines Rechtsvertrages eigentlich deplatzierten geheimen „zweiten Zusatzes“ im Ewigen Frieden und konzentriert sich hierbei v. a. auf Kants Platon-Rezeption. Im abschließenden Beitrag stellt Müller die Bedeutung Isaiah Berlins jenseits seiner berühmten Unterscheidung zwischen positiver und negativer Freiheit heraus.
Florian Weber (FW)
M. A., wiss. Mitarbeiter, Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 5.15.325.335.41 Empfohlene Zitierweise: Florian Weber, Rezension zu: Karl Graf Ballestrem / Volker Gerhardt / Henning Ottmann / Martyn P. Thompson / Barbara Zehnpfennig (Hrsg.): Politisches Denken. Berlin: 2006, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/26584-politisches-denken_30985, veröffentlicht am 25.06.2007. Buch-Nr.: 30985 Inhaltsverzeichnis Rezension drucken
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