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/ 19.06.2013
Gérard Raulet

Positive Barbarei. Kulturphilosophie und Politik bei Walter Benjamin

Münster: Westfälisches Dampfboot 2004; 219 S.; 24,80 €; ISBN 3-89691-567-3
Raulet gilt als ausgewiesener Benjamin‑Experte. Er hat in den letzten Jahren zahlreiche Artikel und Bücher zu dem bedeutenden Kulturkritiker verfasst beziehungsweise herausgegeben. In den hier versammelten Essays widmet er sich einzelnen Teilbereichen seines Werks. Sie sind jedoch mehr als bloße episodische Untersuchungen. Immer wieder greift der Autor Benjamins unerbittliche Absage gegenüber jeglicher, einen Fortschritt der Kultur propagierenden Geschichtsphilosophie auf, aus der Benjamin 1933 seine Forderung nach einer „positiven Barbarei“ abgeleitet hatte. Raulet zeigt, wie Benjamin es „‚barbarisch' mit den treibenden Kräften der katastrophalen Entwicklung der Moderne“ (18) aufnimmt, aber letztlich seine eigene Hoffnung, wie er sie etwa in dem berühmten Aufsatz über „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“ noch hegte, beerdigen muss.
Frank Schale (FS)
Dr., wiss. Mitarbeiter, Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, Technische Universität Chemnitz.
Rubrizierung: 5.425.46 Empfohlene Zitierweise: Frank Schale, Rezension zu: Gérard Raulet: Positive Barbarei. Münster: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/21022-positive-barbarei_24527, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 24527 Rezension drucken
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