/ 18.06.2013
Andreas Kossert
Preußen, Deutsche oder Polen? Die Masuren im Spannungsfeld des ethnischen Nationalismus 1870-1956
Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2001 (Deutsches Historisches Institut Warschau. Quellen und Studien 12); X, 393 S.; Ln., 60,- €; ISBN 3-447-04415-2Geschichtswiss. Diss. FU Berlin; Gutachter: K. Zernack. - Masuren: Was heute eine geografische Region um Allenstein mit reizvoller Seenlandschaft bezeichnet, waren einst zu Preußen gehörige Protestanten, die einen eigenen polnischen Dialekt sprachen. Die hier in einem schönen Buch vorgelegte Dissertation arbeitet mit Sorgfalt die deutsch-polnische Beziehungsgeschichte von 1870 bis zum Beginn der Massenausreisen 1956 auf, die zu einer deutschen Identität der Masuren führte. Die chronologisch gegliederte Darstellung ist in der Politikwissenschaft z. B. für die Forschung zum Nationalismus interessant, nicht nur wegen der Nachzeichnung eines vielfach motivierten Ringens um Zugehörigkeit, das in der Volksabstimmung von 1920 gipfelt, sondern auch weil hier bloßgelegt wird, wie man von deutscher Seite aus ohne mit der Wimper zu zucken staatsnationale Argumente im Hinblick auf die Masuren benutzte, um vielleicht im nächsten Satz unerschütterlich kulturnational aufzutreten, wenn es um das Elsaß ging.
Guido Koch (GK)
Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
Rubrizierung: 4.42 | 2.62 | 2.31 | 2.23
Empfohlene Zitierweise: Guido Koch, Rezension zu: Andreas Kossert: Preußen, Deutsche oder Polen? Wiesbaden: 2001, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/18436-preussen-deutsche-oder-polen_21356, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 21356
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Dr., Politikwissenschaftler, Qualitätsmanagment, GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften.
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