Skip to main content
/ 11.06.2013
Mathias Hanten

Publizistischer Landesverrat vor dem Reichsgericht. Zugleich ein Beitrag zur politischen Rechtsprechung in der Weimarer Republik

Frankfurt a. M. u. a.: Peter Lang 1998 (Europäische Hochschulschriften: Reihe II, Rechtswissenschaft 2606); 254 S.; brosch., 84,- DM; ISBN 3-631-34067-2
Rechtswiss. Diss. Freiburg i. Br.; Gutachterin: K. Nehlsen-von Stryk. - Die Arbeit "geht auf das vor dem Bundesgerichtshof gescheiterte Verfahren um die Wiederaufnahme des Prozesses gegen Carl von Ossietzky aus dem Jahre 1931 zurück" (9), nach dem der Verfasser Einsicht in die Unterlagen des von der Tochter Ossietzkys angestrengten Verfahrens erhielt. Im Mittelpunkt der Arbeit stehen die verschiedenen einschlägigen Urteile und Verfahren, die ausführlich referiert werden. Verfahren wurden viele angestrengt, Verurteilungen gab es hingegen nur relativ wenige. Gleichwohl kommt der Verfasser zu dem klaren Schluß, "daß die Urteile des Reichsgerichts in Sachen publizistischen Landesverrats rechtlich verfehlt waren und keinem anerkannten Strafzweck dienten" (252). Allgemein-historische Ausführungen sind selten auf dem Stande historischer und politikwissenschaftlicher Forschung (etwa die Bemerkungen zum Versailler Vertrag [62 ff.]), aber im Kernbereich der Arbeit wird willkommenes Quellenmaterial bereitgestellt, das über die Grenzen des Faches Jura hinaus von Interesse ist.
Michael Dreyer (MD)
Prof. Dr., Institut für Politikwissenschaft, Universität Jena.
Rubrizierung: 2.311 Empfohlene Zitierweise: Michael Dreyer, Rezension zu: Mathias Hanten: Publizistischer Landesverrat vor dem Reichsgericht. Frankfurt a. M. u. a.: 1998, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/10392-publizistischer-landesverrat-vor-dem-reichsgericht_12286, veröffentlicht am 01.01.2006. Buch-Nr.: 12286 Rezension drucken
CC-BY-NC-SA