/ 20.06.2013
Herta Nagl-Docekal / Rudolf Langthaler (Hrsg.)
Recht - Geschichte - Religion. Die Bedeutung Kants für die Gegenwart
Berlin: Akademie Verlag 2004 (Deutsche Zeitschrift für Philosophie. Sonderband 9); 227 S.; geb., 59,80 €; ISBN 3-05-004087-4Das Buch dokumentiert ein internationales Symposium, das im März 2004 anlässlich des 200. Todestages von Immanuel Kant in Wien stattfand. Ziel der Veranstaltung war es, die aktuelle Relevanz des Werkes des berühmten Philosophen herauszuarbeiten. Weitsichtig, so die Herausgeber in der Einleitung, warnte Kant schon früh vor dem Gefahrenpotenzial einer nationalstaatlich und an Partikularinteressen orientierten Weltordnung und plädierte für ein internationales Rechtssystem mit entsprechenden Institutionen. Dabei ließen sich im Werk Kants Ansatzpunkte und Begründungen dafür finden, dass die Hoffnung auf eine gerechtere Welt angesichts der tatsächlichen Machtverhältnisse keineswegs illusorisch sei. Die Autorinnen und Autoren interpretieren das Denken Kants zu diesem Thema. Zudem setzen sie sich mit dem Verhältnis zwischen Religion und Vernunft auseinander.
Aus dem Inhalt:
I. Autonomie, Recht, Moral
Onora O'Neill:
Self-Legislation, Autonomy and the Form of Law (13-26)
Paul Guyer:
Civic Responsibility and the Kantian Social Contract (27-47)
Luca Fonnesu:
Kants praktische Philosophie und die Verwirklichung der Moral (49-61)
François Marty:
Die Analogie zwischen ‚ethischem' und ‚bürgerlichem gemeinen Wesen'. Ein Beitrag zur Frage der Erreichbarkeit des höchsten politischen Gutes (63-70)
II. Geschichte, Fortschritt, Aufklärung
Heiner Bielefeldt:
Verrechtlichung als Reformprozess. Kants Konstruktion der Rechtsentwicklung (73-84)
Axel Honneth:
Die Unhintergehbarkeit des Fortschritts. Kants Bestimmung des Verhältnisses von Moral und Geschichte (85-98)
Pauline Kleingeld:
Kants Argumente für den Völkerbund (99-111)
Sharon Anderson-Gold:
Evil and Enlightenment in the Philosophy of Immanuel Kant (113-122)
Claudio La Rocca:
Was Aufklärung sein wird. Zur Diskussion um die Aktualität eines Kantischen Konzepts (123-138)
III. Leben, Vernunft, Religion
Jürgen Habermas:
Die Grenze zwischen Glauben und Wissen. Zur Wirkungsgeschichte und aktuellen Bedeutung von Kants Religionsphilosophie (141-160)
Bernd Dörflinger:
Kant über Vernunft und Unvernunft in Religionen (161-172)
Reiner Wimmer:
Kann Religion vernünftig sein? Zur Metakritik an Kants kritischer Religionsphilosophie (173-194)
Volker Gerhardt:
Eine kritische Philosophie des Lebens. Kants Theorie des menschlichen Lebens (195-206)
Mario Caimi:
Apokalypse. Annäherungen an die Kantische Metaphysik (207-217)
Silke Becker (BE)
Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
Rubrizierung: 5.33
Empfohlene Zitierweise: Silke Becker, Rezension zu: Herta Nagl-Docekal / Rudolf Langthaler (Hrsg.): Recht - Geschichte - Religion. Berlin: 2004, in: Portal für Politikwissenschaft, https://www.pw-portal.de/rezension/22443-recht---geschichte---religion_25606, veröffentlicht am 01.01.2006.
Buch-Nr.: 25606
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Dipl.-Soziologin; freie Journalistin.
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